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  • FNW2008

230 Beiträge seit 09.12.2008

Automatik mit "benutzerdefinierten" Schaltpunkten - das wäre *wirklich* sparsam

Leider kann ich die immer wieder gelobte Sparsamkeit von Automatikgetrieben definitiv nicht unterschreiben.
Ich bin über die Jahre beruflich schon verschiedeneste (meistens bewusst kleinere) Mietfahrzeuge mit Automatikgetriebe gefahren - eher notgedrungen als freiwillig.
Bei jeder Anmietung frage ich explizit nach einem Handschalter, die logischerweise in unserem Komfort-Zeitalter immer seltener zur Verfügung stehen (speziell bei Autovermietungen).

Bisher hat mich noch kein einziges Automatikgetriebe bezüglich kraftstoffsparender Schaltstrategie überzeugt. Es wird meist zu spät hochgeschaltet (besonders in den niedrigen Gängen) und bei etwas mehr Gas zu schnell zurück geschaltet. Besonders an Steigungen empfinde ich dieses Verhalten als sehr störend, wenn ich beispielsweise nur die Geschwindigkeit halten (oder sogar bewusst geringfügig reduzieren) möchte, aber versehentlich minimal zu fest aufs Gaspedal trete und hierdurch ein Zurückschalten provoziere.
Die Krönung der Bevormundung war vor kurzem ein Mecedes Bus, bei dem offenbar ein Neigungssensor verbaut war, der nach einem Rückschaltvorgang an einer Steigung reproduzierbar das "Wiederhochschalten" so lange verhindert hat, bin entweder eine bestimmte Drehzahl überschritten oder die Steigung abgeflacht war.

Auch bei Fahrten durch Innenstädte möchte ich in Automatikfahrzeugen häufig einen oder sogar zwei Gänge höher schalten, als die Automatik(software) zulässt, um einfach nur ruhig und vorausschauend gerade minimal über Leerlaufdrehzahl zu fahren. Dieser Fahrmodus ist heute leider offenbar eine in Vergessenheit geratene Tugend in der täglichen Pendler-Ampelhatz. Die stetig steigenden PS-Zahlen und immer aggressiver werdenden Fahrzeugfronten animieren scheinbar noch zusätzlich zum Krieg auf der Straße...

Gibt es denn abseits der eingebauten "Fahrerlebnisschalter" mit Alibi-Programmen wie "Pro Eco" auch bei irgendeinem Hersteller die Möglichkeit, direkt in die Schaltstrategie des Automatikggetriebes einzugreifen?

Ich fahre selten Fahrzeuge aus dem Premiumsegment (Audi, Mercedes, BWM), wobei dort allgemein die meisten Funktionen bezüglich der Fahrzeugeinstellungen geboten werden. Somit würde mich interessieren, ob sich hier in den letzten Jahren eventuell wider Erwarten doch noch etwas getan hat und man auch eine in der Praxis deutlich spürbare Optimierung der Schaltstrategie in Richtung maximaler Effizienz durch entsprechende Menüoptionen wählen kann.

Letztendlich bin ich nach wie vor der Meinung, dass eine Handschaltung bis auf Ausnahmefälle bezüglich Kraftstoffeffizienz den meisten Automatiken überlegen ist. Lediglich die hohe Ganganzahl moderner Automaten machen diese bei Autobahnfahrten logischerweise aufgrund der geringeren Motordrehzahl (Stichwort Lastpunktverschiebung) effizienter. Würden sieben, acht oder noch mehr Gänge auch zur manuellen Bedienung angeboten (vgl. alte LKW - hier natürlich auch einem gänzlich anderen Grund), würde ich jede Wette eingehen, dass ich ein solches Gefährt mit geringerem Verbrauch gegenüber einem identischen Automaten fahren könnte...

Glücklicherweise wird sich dieses Dilemma in den kommenden Jahren dank der aufstrebenden Elektromobilität zunehmend von alleine lösen. In meinem (gebrauchten) Nissan Leaf überzeugt mich die (Eingang-)Automatik dann schließlich auch... ;)

In jedem klassischen Verbrenner würde ich aber eine Handschaltung bevorzugen, da ich schon immer betont sparsam unterwegs war und dies auch explizit sein möchte.

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