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1 Beitrag seit 20.12.2016

Re: Ein Wunder

Sie möchten, dass das "Gesamtpaket" bewertet werden soll. Das klingt erstmal gut, genau wie "da müssen wir einen Kompromiss finden" und andere Äußerungen, die gerne gemacht werden.

Sie beschreiben das Gesamtpaket als "Arbeitsplätzen, Infrastruktur, CO2 Fußabdruck, Ressourcenverbrauch usw.". Die Umweltverschmutzung kommt da gar nicht explizit vor, was für ein echtes Gesamtpaket schon nicht ganz unwichtig ist. Vielleicht ist es ja in "usw." enthalten.

Im Gegensatz dazu halte ich die Verschmutzung nicht für ein nachrangiges Thema. Ganz explizit leiden heute schon viele Tausend Menschen unter den heute existierenden Dieselabgasen und es werden jeden Tag mehr.

Sie haben zwei Vorschläge gemacht, die die ökologischste Lösung darstellen sollen. Entweder soll ein gebrauchtes (Verbrenner) Fahrzeug angeschafft werden oder das bestehende (Verbrenner) Fahrzug weiter gefahren werden. Auf jeden Fall sind das kurzfristig ökonomisch günstige Lösungen.

Wie verhalten sich Ihre Lösungen denn zu Ihrem "Gesamtpaket"? Arbeitsplätze schaffen Sie so ja eher weniger als mit einem neuen E-Auto. Durch den erhöhten Wartungsaufwand bei Verbrennern helfen Sie allerdings KfZ-Werkstattarbeitsplätze zu erhalten. Den Autoherstellern und Zulieferern hilft das aber praktisch gar nicht. Denen hilft nur der Verkauf neuer Autos.

Sie nutzen die vorhandene Infrastruktur weiter. Da ist also keine Veränderung. Viele E-Autos nutzen ebenfalls eine vorhandene Infrastruktur. In der Tat wird aber auch dort eine Veränderung notwendig sein, was wiederum Arbeitsplätze schafft.

CO2 und Ressourcenverbrauch sind schon interessante Punkte. Beide Konzepte, Verbrenner und E-Auto verbrauchen Ressourcen. Bei der Herstellung verbrauchen beide, das E-Auto aber mehr als der Verbrenner. Bei der Nutzung ist es umgekehrt. Der Verbrenner verbraucht viel, das E-Auto sehr wenig. Damit ist es mathematisch zwangsläufig so, dass nach einer bestimmten Nutzungsdauer das E-Auto auf jeden Fall insgesamt weniger verbraucht. Die spannende Frage ist also, wie lange dauert das? Hier schwanken die Analysten zwischen einigen wenigen Jahren und sehr lange.

Das E-Autos langfristig die Lösung sind, steht für die meisten Analysten also außer Frage. Spannend ist hier nur noch, wie die Transformation sinnvoll geschehen soll. Alle Verbrenner sofort zu verschrotten kann kaum die Lösung sein. Weiterhin neue SUVs und Light Trucks herzustellen und zu kaufen aber wohl auch nicht. Und das ist es ja, worauf die Studie abzielt. Hier sollte jeder an die Zukunft der Kinder denkende Mensch vernünftig handeln.

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