Avatar von JimChorizo
  • JimChorizo

119 Beiträge seit 16.06.2015

Motorrad sicherer als Fahrrad

Wenn die Argumentation "Unfallstatistik" ist, bitteschön:
2017:
ca. 80.000 verletzte Radfahrer, davon 282 tot
ca. 14.000 verletzter 50er-Fahrer, davon 59 tot
ca. 30.000 verletzte Motorradfahrer, davon 583 tot
Pi mal Daumen sind bei jedem Verkehrsmittel rund die Hälfte der Unfälle selbstverschuldet (bei Autos mehr, bei Fahrrad weniger).

--> Radfahren ist höllenunsicher: Kein Führerschein, keine Helmpflicht - und das bei Geschwindigkeiten von meist unter 25 km/h
--> 50er sind relativ sicher: Helmpflicht und meist von Leuten mit Autoführerschein pilotiert (aber natürlich auch von 16jährigen). Evtl. besserer Unfallschutz als auf einem Fahrrad (vom Roller fliegt man ab, im Rad bleibt man hängen).
--> Motorrad fahren relativ sicher: Führerschein- und Helmpflicht, aber durch höhere Geschwindigkeiten (bis zu, nun ja, 300 km/h) stirbt man eher wenn's kracht.

Berücksichtigung Modal Split D:
- Moped & Motorrad: 13,8% am MIV = 580 Millionen Personenkilometer am Tag
- Fahrrad: 112 Millionen Kilometer am Tag
Q: http://mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2017_Ergebnisbericht.pdf (man muss viel selbst rechnen)
--> Trotz der VIERFACH höheren Kilometerleistung von Motorrädern & Mopeds im Jahr sind Fahrradfahrer mehr als DOPPELT so oft an Unfällen beteiligt

--> Fahrradfahren ist ACHT MAL gefährlicher als Moppedfahren, bei WESENTLICH NIEDRIGEREM GESCHWINDIGKEITSNIVEAU - und die Hälfte der Unfälle, ich möchte dran erinnern, sind SELBSTVERSCHULDET

--> Und ihr macht euch Sorgen wegen ein paar Hanseln, die sich trauen, mit dem Autoschein auf einen 125er Roller zu steigen, um nicht von Cagern auf einer 50er mit 45 km/h in einer 70er Zone umgenietet zu werden? Wer einen Schein hat, egal welchen, und einen Helm, ist relativ gut geschützt. Das Verkehrsmittel ist da fast egal. 125er haben den Vorteil, dass sie zum TÜV müssen - im Gegensatz zu 50ern und Fahrrädern.

Was wir in Wirklichkeit brauchen ist, tada:

Ein Fahrradführerschein. Mit echter Prüfung in Theorie (wie beim A1) & Praxis, und nicht nur das Larifari-Zeug im Schulunterricht.

Und vielleicht brauchen wir auch ein Fahrrad-Tempolimit, wenn Radwege eng sind. Vielleicht wären 10 km/h in für Radler freigegebenen Fußgängerzonen adäquat, und 20 km/h bei schmalen Geh/Radwegkombinationen an unfallträchtigen Stellen.

Einen Fahrrad-TÜV brauchen wir nicht, gibt's bei den 50ern auch nicht.
Eine Fahrrad-Pflichthaftpflichtversicherung ist eine Überlegung wert, war in der Schweiz aber schon ein Flop und wurde wieder abgeschafft.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (24.06.2019 15:21).

Bewerten
- +