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  • cassiel

mehr als 1000 Beiträge seit 21.09.2001

Nur was für Reisevertreter mit dem Herzschlag eines Kolibri

ein anderes ökonomisch halbwegs sinnvolles Anwendungsspektrum sehe ich bei FCHVs nicht, auch und gerade nicht bei diesem.

Neben den vielen anderen systembedingten Nachteilen bleibt die Abhängigkeit von einem Tankstellennetz und dem Wartungsaufwand durch Werkstätten bestehen. Für Elektroautos braucht es für den Grundbedarf de facto gar kein Ladestellennetz denn 230V-AC-Netzstrom ist grundsätzlich praktisch überall vorhanden.
Die externen Ladesäulen werden eigentlich nur für die 10% Langstreckenbedarf benötigt. Um also die Fahrzeugflotte eines ganzen Landes zu versorgen brauche ich bei BEVs nur 10% dessen was ich für eine äquivalente Fahrzeugflotte an FCHVs brauche. Und der H2-Tankstellenausbau hinkt schon seit Jahren hinter den Versprechungen und Ankündigungen hinterher. Und da kommt das Henne-Ei-Problem dazu, das das BEV eben nicht hat, denn Strom hat im Grund jeder zu Hause. Es ist ökonomisch wesentlich einfacher für alle Mieter ein Laderecht einzuräumen und zu verwirklichen, als so viele H2-Tankstellen im Land aufzustellen, dass es für alle reicht.
Man könnte nun sagen: wenigstens für die 10% Langstrecke FCHVs und H2-Tankstellen nur an den Autobahnen. Nur: die 10% Bedarf verteilen sich auf die meisten aller anderen Autos, die sonst 90% Nah- und Mittelstrecke fahren. Es sind dann vielleicht noch 1% von Anwendungsfällen von Leuten die eben sehr viel Langstrecke fahren. Das ist aber dann nicht mehr die Urlaubsfahrt zwei oder drei mal im Jahr, sondern eben Reisevertreter oder Politiker, die beruflich ständig unterwegs sind. Bei denen kommt es auf den Spritpreis auch eh nicht an. Aber das Marktsegment ist übersichtlich.

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