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  • /mecki78

mehr als 1000 Beiträge seit 03.07.2004

"Bildern, Farbflächen und Textfarben fehlt eine solche Information" -> Nope

Laut W3C sind sämtliche Bilder, Farbflächen und Textfaben, die kein explizites Farbprofil haben, immer als Teile des rRGB Farbraum zu interpretieren, somit hat jede Farbe implizit immer einen Farbraum. Eine Farbe ohne Farbraum wäre auch unsinnig, denn sie beschreibt überhaupt keine Farbe.

Für den nicht so sachkundigen Leser: Eine Farbe wird immer durch zwei Angaben bestimmt, einen Farbraum, zu der sie gehört und Angaben wo in diesem Farbraum sie liegt. Reine RGB Werte beschreiben zwar eine Lage in einem Farbraum, aber sie beschreiben nicht den Farbraum. 100% Rot, 0% Blau und 0% Grün beschreiben einen Rotfarbton, das satteste Rot, das mein Monitor erzeugen kann; nur ist das nicht gleich Rot, das ein andere Monitor erzeugen kann. Diese Angaben für sich beschreiben also noch keine absolute Farbe, sondern sie beschreiben eine relative Farbe im Farbraum meines Monitors. Die gleichen RGB Werte werden auf unterschiedlichen Monitoren aber zu unterschiedlichen Ergebnissen führen und genau das will man ja vermeiden, jeder soll ja die Webseite, die ich entworfen habe, genauso sehen, wie ich sie gerade bei mir sehe.

Um Farben möglichst korrekt auf verschiedensten Monitoren wiedergeben zu können, braucht es zusätzlich immer eine Farbraum, auf den sich ein Farbwert bezieht und den Farbraum, den ein Monitor darstellen kann in Form eines Farbprofils. Das System kann dann aus den RGB Werten zusammen mit dem Farbraum die tatsächliche Farbe bestimmen und sich dann die RGB Werte aus dem Farbprofil des aktuellen Monitors suchen, die eine möglichst ähnliche Farbe erzeugen, soweit dieses mit dem aktuellen Monitor überhaupt möglich ist.

Oder ganz primitiv gesprochen: Wenn die Webseite sagt, der Hintergrund ist RGB(58,162,69), dann könnte es sein, dass mein Browser hier die Farbe RGB(67,160,71) darstellt. Aber warum? Das ist doch falsch? Nein, ist es nicht. RGB(67,160,71) sieht nämlich auf meinen Monitor so aus wie RGB(58,162,69) auf dem Monitor der Person aussieht, die die Webseite entworfen hat. Der Farbwert ist anders, aber wir beide sehen die gleiche Farbe und darum ging es.

Natürlich funktioniert das nur dann optimal, wenn beide Seiten, der Ersteller der Webseite und der Empfänger der Webseite oder des Bildes ein möglichst korrekte Farbprofil für ihren Monitor besitzen und eben der Ersteller sein Farbprofil auch zusammen mit der Webseite oder dem Bild ausliefert. So lassen sich Farbprofile z.B. in Bilder einbetten (JPEG und PNG können das z.B.). Jede digitale Fotokamera macht das heute, wenn sie ein Foto aufnimmt.

Es gibt aber auch neutrale Farbräume, die nicht zu einem konkreten Wiedergabegerät gehören, sondern die einfach nur theoretisch eine Farbraum beschreiben. Der bekannteste heißt sRGB und irgendwann hat man mal festgelegt, dass RGB Werte, die sich nicht explizit auf einen bestimmten Farbraum beziehen, sich implizit immer auf den sRGB Farbraum beziehen.

Wenn also verschiedene Menschen an einer Webseite arbeiten, von denen jeder einen anderen Monitor mit anderen Farbprofil besitzen, dann ist es sicherlich okay das Farbprofil des Monitors in einzelne Bilder einzubetten, aber für Hintergrundfarben und Schriftfarben macht es keinen Sinn, wenn sich hier verschiedene Farben auf verschiedene Farbprofile beziehen. Stattdessen sollte man dann alle Farben immer als sRGB Farbwerte angeben, wozu dann gar kein explizites Profil benötigt wird. Auch bei Bildern, die nahtlos mit HTML Elementen verschmelzen soll, sollte man sRGB nutzen, denn sonst lassen sich die RGB Werte ja nicht aus den Pixelwerten des Bildes herauslesen, wenn beide unterschiedliche Farbprofile nutzen. Farbprofile auf Bildern in Webseiten lohnt sich also nur, wenn das Fotoaufnahmen oder für sich alleine stehende Medien sind.

/Mecki

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