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Re: das Finanzierungsziel von 100 US-Dollar

accolon schrieb am 12.01.2018 21:12:

Cabriofahrer schrieb am 12.01.2018 20:57:

Hätte er das Geld nicht aus der Portokasse nehmen können?

Das hier ist ja kein "echtes" Crowdfunding, wo Geld für die Entwicklung eines Produkts gesammelt wird.

Tomu existiert bereits, und über eine Beteiligung "kauft" man es. Der Entwickler hat dadurch den Vorteil, dass er Geld und Anzahl vorab hat und bei der Produktion auf der sicheren Seite ist. Gleichzeitig werden höhere Einnahmen in Verbesserungen investiert.

"Kaufen" tust du garnichts, aber du bekundest, es kaufen zu wollen.
Bragi hat über drei Millionen auf Kickstarter für sein Projekt "Dash" eingesammelt, mußte aber noch ein mehrfaches an Fremdkapital aufnehmen. Das fiel natürlich mit dem auf Kickstarter demonstriertem Interesse leichter.

Ryan Grepper scheiterte mit seinem ersten Projekt, weil nur 80% der geforderten 125.000 Dollar gezeichnet wurden.
Beim zweiten Versuch wollte er sich mit 50.000 begnügen, und bekam über 13. Mio von seinem depperten Publikum.
Warum deppert?
Das Produkt war ne Design-Übung, Hightech-Kühltasche, 500 Dollar oder so, warum nicht?
Ich hatte da kein Interesse, und keine Kritik am Preis, weil ich den Markt nicht kenne.

Bei Kickstarter gehts um alles oder nichts, du solltest also das fordern, was du brauchst, um dein Ziel zu erreichen. Grepper forderte beim ersten mal also den Kauf von 250 Kühltaschen, bei der 2. Aktion nur noch von 100.
Hätten die 50.000 Dollar gereicht um die Produktion zu finanzieren?
Werkzeuge, Formen, Prototypenerstellung?
Gut, die Frage stellte sich nicht beim raschen Anstieg über die Millionengrenze.
Aber da stellte sich mir eine andere Frage:
Wie will der diese enorm gesteigerte Stückzahl im gleichen zeitlichen Rahmen liefern?

Meine andere Kritik bestand in meinem Bauchgefühl, einem windigen Verkäufer eines Lifestyle-Produkts, der seinen Backern keine Fragen mit Texten beantwortet sondern nur Videos dreht, nicht allzuviel zuzutrauen. nunja, er beauftragte 2 chinesische Firmen mit der Realisierung und Lieferung, hatte Qualitätsprobleme, verkauft das Produkt mittlerweile im Supermarkt, und etliche Backer warten immer noch.

Aber anscheinend ist Video die perfekte Kommunikation um von 50.000 auf 13.000.000 zu kommen.
https://www.kickstarter.com/profile/ryangrepper/created

Bei heise wurde ich 2012 auf einen anderen aufmerksam, dessen Schnapsidee vom ersten Patentanwalt abgelehnt wurde, er würde keine Perpetuum Mobiles vertreten.
Für nen Anwalt echt eine ehrliche haut, aber unfähig.
Schließlich war das ja kein perpetuum mobile, sondern ein Gerät, für das es erst ein Gebrauchsmuster, und später ein weltweites Patent gab.
https://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/originalDocument?FT=D&date=20121009&DB=worldwide.espacenet.com&locale=en_EP&CC=DE&NR=202011107060U1&KC=U1&ND=4#
https://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/biblio?CC=EP&NR=2593351#

https://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/biblio?CC=EP&NR=2975744A2&KC=A2&FT=D#

https://www.kickstarter.com/profile/dynamodirk/created
Bei der ersten Aktion Februar 2012 forderte er 50.000 USD, bekam rd. 75.000 von rd. 500 Backern, und lieferte mit gefühlt 'nem Jahr Verspätung mehr und besseres als verspochen. Statt einem gabs zwei Frontlichteinheiten und eine Rücklichteinheit.
Bei der zweiten Aktion Anfang 2014 wollte er 40.000 für die Weiterentwicklung des Produkts, die zweite Generation sollte elektronische Regelung, Standlichtfunktion und K-Nr erhalten. Er bekam rs. 230.000 von rund 1500 Unterstützern
Es wurde mit der üblichen Verspätung geliefert, besser als versprochen, nur mit der K-Nr hat es (noch) nicht geklappt.

Und jetzt läuft die dritte Aktion:

Das Produkt, ein berührungsloser Dynamo mit LED gekapselt ist die zuverlässigste Fahrradbeleuchtung die ich kenne. Reibungslos, keine korrodierenden Kontakte, ab 20km/h schmelzenden Dynamos, war bisher nur etwas kompliziert zu montieren.
Man brauchte spezielle Adapter, um die 60g schwere Einheit zu montieren.
Jetzt hat er das Produkt in einen Bremsschuh integriert, d.h. der paßt an jedes Fahrrad mit Felgenbremse, einfach den Bremsschuh wechseln.
Durch die Miniaturisierung sinkt die Leistung des Generators, allerdings hat er im Bremsschuh stets den optimalen Abstand zur Alufelge, und liefert damit ähnlich wie eine nicht optimal positionierte Normalversion

https://www.kickstarter.com/projects/dynamodirk/magnic-microlights-non-contact-driven-brake-shoe-b

Ich hoffe ja, daß das was wird, und habe da technisch und organisatorisch keine Zweifel, schließlich hat er es zweimal geschafft, inkl. Schwierigkeiten mit Kopierern, Qualitätsmängeln, Finanzamt.

Crowdfunding in Deutschland = Spiel mit dem Feuer?

Was man vor dem Start eines Crowdfunding-Projekts beachtet sollte,
damit die Steuerfalle nicht zuschnappt.
https://www.magniclight.com/index.php/de/home-3/crowdfunding/84-crowdfunding

Aber ich glaube nicht, daß er diesmal auf KS die Finanzierung schafft.
Ich glaube, der Fehler war, das Produkt verbilligen zu wollen.
Ein Prof, in den 60ern bei braun, erzählte mal, daß braun hoffte, mit nem billigeren Rasierer höhere Stückzahlen zu erreichen. Das Gegenteil war der Fall, je teurer, desto begehrter.

Dabei ist das auf Kickstarter doch relativ risikolos:
abgebucht wird erst am Ende der Angebotslaufzeit, und nur dann, wenn da auch mindestens die geforderte Summe gezeichnet wurde. Es liegt also an dir, zu beurteilen, ob das Projekt machbar ist, von der Person, mit der insgesamt geforderten Summe. und für den von dir geforderten beitrag.
Bei indiegogos "flexible funding" wird der von dir gezeichnete Beitrag sofort abgebucht, plus Provisionen für igg und Zahlungsdienstleister. Wenn 500.000 gefordert wurden aber nur 100.000 e4inegsammelt wurden, kann mit der Kohle zwar nicht das Projekt in gang gebracht werden, aber man kann es ja anderweitig verjuxen, dafür gibts genügend Beispiele bei Kickstarter und anderen. KS scheint mir da noch der seriöseste laden zu sein, die schleißen auch schon mal vorzeitig ein Projekt, wenn die Kritik von Fachleuten unter den backern es angeraten erscheinen lässt, auch wenn sie da auf ihre 5% Provision von bis dahin aufgelaufenen 4 Mio verzichten:
https://www.kickstarter.com/projects/skarp/the-skarp-laser-razor-21st-century-shaving/comments

Bei igg kannst du immer noch zum Gelingen des Projekts beitragen ;-)
https://www.indiegogo.com/projects/the-skarp-laser-razor-21st-century-shaving#/updates

bei KS forderten sie 160.000, bei igg bekamen sie über 500.000, also hätten sie doch den angestrebten Liefertermin Dezember 2016 mangels Geld nicht auf 2018 verschieben müssen, oder? Ich bezweifle, daß die diesjahr fertig werden.

https://www.cnet.com/products/skarp-laser-razor/preview/.

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