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  • Tom9811

mehr als 1000 Beiträge seit 15.05.2003

ss und ß Ein vorsichtiger Versuch

Jajajaja, ich weiß, es ist faschistisch, sich um die Einhaltung der
Rechtschreibregeln zu kümmern. Dennoch wage ich den mutigen Versuch,
zumindest für diejenigen, die es interessiert, mal ganz kurz die
Regeln zu erläutern. Mir geht es nämlich auf den Sack, dass hier
ständig über die angebliche Rechtschreibschwäche unserer Jugend
gemosert wird, aber kaum einer diese nun einfache Regel beherrscht.

1. Ein ss folgt nach einem kurzem Vokal.
2. Ein ß folgt nach einem langem Vokal.
3. Die frühere Regel zum Wortende existiert nicht mehr.

Also:
geschissen - schießen
Kuss, küssen, muss - müßig

Ferner kann man daraus als Hilfsregeln Folgendes schließen (nicht
schlissen):
Da ein Diphthong (au, ei usw.) in aller Regel lang gesprochen wird,
kann nur ein ß folgen:
schließen, außerdem, schießen, weißt (anders: wissen) usw

Da ein durch Doppelkonsonaten verkürzter Vokal nach dem ersten
Konsonaten getrennt wird, kann man das auch klatschen. Ein ss steht
nie am Anfang einer Silbe.
wis-sen - au-ßer-dem
las-sen - mä-ßig
Das ist analog zu
nen-nen, kön-nen usw.

So, wer mich jetzt rot klickt, dem sei gleich gesagt, dass es nicht
böse gemeint war.

Achja, wer meint, dass das etwas mit alter und neuer Rechtschreibung
zu tun hat, dem sei gesagt, dass es überhaupt nur am Wortende eine
Änderung gab. In den Beispielen hat sich also lediglich das "Kuss"
und "muss" verändert. Und er solle dann doch auch mal erzählen, wie
er "nummerieren" und "unter der Hand" zu schreiben pflegt.
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