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  • Brux Elles

287 Beiträge seit 06.09.2005

[BbBB] - Brux' banaler Bericht aus Brüssel

Liebe Politikforum-Diskutanten ;-)

heute gibt es den BbBB mal ausnahmsweise im Politikforum - und nicht
wie sonst im Off-Topic-Forum.

Falls sich jemand für meine früheren Beiträge interessiert, kann er
unter <http://heise.forenwiki.de/index.php?title=BBBB> direkte Links
zu diesen finden - alternativ sind sie auch alle unter
<http://bruxelles.blog.de/> finden.

Ansonsten gilt wie immer: ich freue mich über Kommentare,
Verbesserungen, etc. Gerne auch andere Meinungen (aber diesmal dürfte
es relativ harmlos sein, daher erwarte ich eigentlich keinen allzu
schlimmen Flamewar ;-)
_________________________________________________

Heute: Hunderttausend heulende Höllenhunde!

Auch wenn viele (allzu viele, möchte ich meinen), Brüssel immer nur
mit EU Bürokratie assoziieren, so hat die Stadt doch sehr viel mehr
zu bieten als EU. Dies den Lesern etwas näher zu bringen ist einer
der Ansprüche, die ich für diese Reihe hier habe.

Manch einer echauffiert sich schon, weil ich am Ende jedes Mal „Grüße
aus der europäischen Hauptstadt“ sende. Wer gibt den Brüsselianern
das Recht ihre Stadt zur ‚Europäischen Hauptstadt’ zu erklären?

Nun, genauso gut könnte man fragen wer den Neustädtern von der
Weinstraße das Recht gibt, ihre Stadt ‚deutsche Weinhauptstadt’ zu
nennen, oder den Cottbussern die ihre ‚deutsche Filmhauptstadt’. Sie
tun es einfach, und da Frechheit siegt, haben sie damit schon
gewonnen. So einfach kann Politik manchmal sein :-)

Zwei weitere Hauptstadttitel proklamieren die Brüsselianer (so nenne
ich sie meistens – vor allem wenn mir einer die Vorfahrt nimmt ;-)
noch für sich: Den der ‚Jugendstilhauptstadt’ und den der ‚Hauptstadt
des Comics’. Beides ist hier übrigens – wenn auch aus
unterschiedlichen Gründen – mit dem Namen ‚Victor Horta’ verknüpft!

Man muss sich nur einmal alte Comics von Moebius, Franquin oder
natürlich Hergé anzuschauen – sie strotzen nur so vor Hinweisen auf
das Brüsseler Lokalkolorit. Kein Wunder: alle drei sind (bzw. waren)
Belgier. Ebenso übrigens wie viele andere Comic-Größen, z.B. Morris
(‚Lucky Luke’), Peyo (‚Die Schlümpfe’) oder E. P. Jacobs (‚Blake &
Mortimer’) um nur ein paar zu nennen.

Tatsächlich sind viele belgische Comicfiguren bekannter geworden als
ihre Erfinder. Ja, fragt man eine beliebige Person nach 10 berühmten
Belgiern, sind wahrscheinlich mindestens 3 davon Comic-Helden (und 3
weitere auch nur erfunden – im schlimmsten Fall, wie ‚Hercule
Poirot’, noch nicht einmal von einem Belgier!)

Wenn wir schon bei bekannten Belgiern sind: Dornröschen – oder besser
gesagt ihr reales Vorbild – war zwar keine Brüsselerin, aber die böse
Stiefmutter war es. Sie selber war eine hübsche Grafentochter aus dem
Siebengebirge. Hm, das macht schon Sinn. Aber ob die Geschichte
wirklich authentisch ist, oder einfach eine Märchen des hiesigen
Fremdenverkehrsamtes…

Eigentlich egal – eine gut erfundene Geschichte ist meist besser, als
eine die von der schnöden (und meist wenig phantasievollen) Realität
geschrieben wurde. So werden die Schlümpfe, das Marsupilami und
Hercule Poirot zu berühmten Belgiern, während Jacques Brel für einen
Franzosen gehalten wurde, auch wenn er jedem der ihn fragte erklärte,
er käme aus Luxemburg (tatsächlich ist er im Brüsseler Stadtteil
Schaarbeek auf die Welt gekommen!)

Also, regt euch nicht auf, wenn wir mal wieder eine haarsträubende
Geschichte glauben sollen. „Die Rente ist sicher“? „Iran baut
Atomsprengköpfe“? „Du bist Deutschland“?

Nein, ‚wahr’ ist das alles nicht; aber kann man es nicht genießen,
wenn etwas so schön erfunden ist?

Bis zum nächsten Mal

viele Grüße aus der europäischen Hauptstadt

Brux Elles
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