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Avatar von Pere Lachaise

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Re: Selbstbestimmtes Sterben

disturbing noise ahead schrieb am 25.11.2020 00:23:

Pere Lachaise schrieb am 24.11.2020 18:22:

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/berlin-mutmasslicher-kannibalismus-fall-ermittler-finden-weiteres-leichenteil-a-643b5f47-3393-4a15-8291-e4c7054f062f#ref=rss

Einfach mal das BvfG-Urteil (welches ich uneingeschraenkt begruesst hab) zu Ende denken.

Das Prob ist in diesem Fall bisher die Annahme zur Einwilligung.

Natuerlich.

In diesem Fall koennte auch schlicht ein Verbrechen vorliegen - mich hat das ganze 'Prozedere' bisher halt nur fatal an damals Rotenburg erinnert, der Kannibale taucht ja hinten im Artikel auch noch auf.

Mir gehts letzlich - seit Jahrzehnten - auch mehr um legalisierte Sterbehilfe.

Der Kannibalismus spitzt es hier, in der Diskussion ueber selbstbestimmtes Sterben eben zu, aber letzlich geht das fuer mich in Ordnung.

Ich versteh und verstand die juristische Bewertung, gerade dessen, was in Rotenburg geschehen ist, auch einfach inhaltlich nicht.

Man könnte auch in eine Körperverletzung zum Zwecke des Verzehrs durch andere Artgenossen einwilligen, ohne gleich Hops gehen zu müssen.

Die Betonung liegt doch auch hier auf "Einwilligung".

Diese leicht deviante Einwilligung könnte aber ggf. vor einem Gericht für Unmut sorgen und die Rechtmäßigkeit abgesprochen werden.

Ach?

Mein erster Gedanke lag bei diesem - interessantem Querinput - ja bei der Krankenkasse, die irgendwann die Rechnung fuer abge..egal was, Koerperteile, nicht mehr uebernaehme.

Ich wuesste hier immer noch nicht, was den Staat bei Freiwilligkeit dieses Geschehen ueberhaupt anginge.

Der "Kannibale" wird immer am Arsch sein und nie wirklich im Zusammenhang mit irgendwelchen Gelüsten einen Freifahrschein bekommen.

Nein.

Der einzig entscheidende Punkt (und die Verfuegungsgewalt ueber den eigenen Koerper auch nach dem Tod liegt beim Individuum) ist hier doch der Wille des Sterbenden, was mit SEINEM Koerper denn bitte geschehen mag.

Na klar ob vor oder nach dem Tod.

Ich wiederhol mich, ich kann das nicht noch naeher spezifizieren.

(Find es immer noch erstaunlich, warum Leute solche eigenwillige Aktionen @home machen.)

Irgendeine Art von Geborgenheit.

Obwohl, eine anerkannte Praktik zum Abfeiern von sehr seltsamen Gelüsten und Wahninhalten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Transsubstantiation

Rofl, hehe.

"Der Leib Christi" - und der Volksmob schweigt, aber O.k., man isst ja offiziell nur ein Brot - inoffiziell esen hunderttausende von Glaeubigen also ganz oeffentlich, herrje, und niemand kraeht ...ist spaet.

:)

P.S. will hier noch anfuegen: ich denk nicht, das, wenn einen Gott gaebe, er mit allem einverstanden waere, was "seine" Kirche auf der Erde so treibt.

Im Gegenteil.

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