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  • Timmesi

14 Beiträge seit 25.04.2016

Change Neuland

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Leserinnen und Leser,
Liebe Sedierte,
es tut mir sehr leid euch bei eurem fortwährenden Schläfchen zu stören, aber ich möchte kurz etwas loswerden, was mir schon seit langem unter den Nägeln brennt. Der Grund meines Schreibens ist dabei keineswegs erfreulicher Natur, denn ich muss mir als Bürger dieses Landes doch ernsthafte Sorgen machen, wenn ich mir die Entwicklung unserer Gesellschaft ansehe. Ich frage mich dabei oftmals ob es hier in Deutschland noch Menschen gibt, die eine Meinung jenseits von Pegida und abseits der unserer Regierung besitzen oder ob man Deutschland mittlerweile nur noch in diese zwei Lager teilt. Ob wir uns nur noch an den zwei bis drei Reizthemen aufgeilen die durch sämtliche Medien gepeitscht werden oder ob wir vielleicht mal wieder über unseren Tellerrand schauen sollten um dabei festzustellen, dass es auch noch genügend andere Scheisse in diesem Land gibt, für die sich keine Sau interessiert und dass unsere Demokratie vielleicht doch nicht so demokratisch ist, wie wir alle glauben wollen?
Da ich mir diese Fragen leider sehr oft stellen muss und ich es mittlerweile einfach nur noch beschämend finde, in welche Richtung sich sowohl Gesellschaft als auch Politik entwickelt, bin ich mittlerweile an meiner persönlichen Kotzgrenze angelangt!
Sicherlich könnte ich mich mit all dem hier arrangieren und es akzeptieren wie es so viele andere in diesem Land auch tun, aber ich kann es nicht mehr. Ich habe das fortwährende Gefühl dass meine Rechte und Freiheiten als Bürger immer weiter in den Hintergrund rücken, als dass auch die positiven Aspekte unserer Gesellschaft wie z.B. unser Sozialsystem immer weiter eingeschränkt werden. Auch wenn es uns sicherlich im Gegensatz zu unseren europäischen Nachbarn noch sehr gut geht, muss ich mich doch ernsthaft fragen, ob es diese Form der Politik sein soll, die unsere Demokratie im 21. Jahrhundert definiert?

Hier in diesem Land ist einiges im Argen und damit meine ich nicht nur die ungebremste und unkontrollierte Zuwanderung. Dies soll aber auch nicht mein Hauptthema sein und ich möchte keinesfalls in die gleiche Richtung wie die AfD argumentieren. Dass sich aber die „Person of the (last) Year“mit ihrer ignoranten Haltung nicht nur Freunde gemacht hat und man bei aller Humanität, auch mal einige Dinge hinterfragen sollte, ist nur logisch. Ungeklärte Fragen wie z.B. ob für jeden aufgenommenen Flüchtling weniger für Infrastruktur, Bildung oder unser Sozialwesen ausgegeben werden sollen, während z.B. unsere Rüstungsindustrie als Mitverursacher der Krise weiterhin Milliarden verdient, machen mich als Steuerzahler eigentlich nur noch eins – wütend.
Was in den aktuellen Skandalen um NSA und NSU vorgeht, ist eine Sauerei für ein Land das auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufbaut. Die Verschwendung von Steuergeldern für unsinnige Großprojekte, bei denen sich die Beteiligten oftmals nur die eigenen Taschen füllen, Rüstungsgüter die uns Milliarden kosten und im Endeffekt höchstens mangelhaft eingesetzt werden können oder andere Vorhaben deren wirtschaftlicher Nutzen so gering ist, dass wir auch gut „ohne“ leben könnten, leisten ihr übriges. Von der EU fang ich jetzt gar nicht erst an.
Ist man bei einem so gut organisierten Finanzhaushalt nicht froh, einen der höchsten Steuersätze in Europa zu bezahlen? Freundet euch ruhig schon mal weiter damit an, denn ihr werdet in Zukunft weiterhin die Taschen aufhalten, während die Leistungen die ihr irgendwann mal beziehen wollt, immer weiter eingeschränkt und gekürzt werden. Normalerweise müsstet ihr deswegen und den vielen anderen Dingen, die ich hier nicht noch aufführen konnte, auf die Straße gehen!

Leider scheint es heutzutage nicht mehr populär, zu demonstrieren / protestieren. Vielleicht sind wir zu bequem geworden, es geht uns allen zu gut oder ich gehöre zu einer kleinen Minderheit und sonst finden es alle super. Da ich als Bürger dieses Landes, sowie auch als System- und Netzwerkadministrator nicht mehr zusehen kann, was in diesem Land Tagespolitisch als auch im IT-Bereich passiert, möchte ich versuchen zu einer Verbesserung beizutragen.
Diese Verbesserungen werden im IT-Bereich dringend benötigt, denn wenn weiterhin IT-Themen mit dieser Ignoranz und Unwissenheit von Amateuren betreut werden, kann dies für unsere Gesellschaft keinen Vorteil bringen. Da ich aktuell keine einzige Partei sehe, die für diese Themen auch nur annähernd befriedigende Lösungen anbietet, sehe ich hier uns alle als Gemeinschaft (Community) in der Pflicht und möchte vor allem die ansprechen, die in diesen Bereichen aktiv sind.
Ich glaube dass wir für unser Land eine andere Form von Partei benötigen, die sich von Grund auf neu definiert und somit einen Paradigmenwechsel in unserer Politik anregt. Dabei sollte eine Unabhängigkeit von Industrie und deren Lobby im Vordergrund stehen, um in erster Linie wieder dass Sprachrohr derer zu sein, die in letzter Zeit sehr oft ignoriert wurden, nämlich die Bürger dieses Landes.
Es ist dringend notwendig dass unsere Demokratie den Weg ins 21. Jahrhundert findet und man sich als Bürger wieder vertreten und ernstgenommen fühlt. Nur in der aktiven Mitgestaltung sehe ich eine Zukunft für unsere Demokratie und wer außer wir selbst sollte sonst entscheiden, wie sich dieses Land entwickeln soll? Bei all der Interaktivität und Vernetzung unserer heutigen Zeit, sollten uns also die Werkzeuge die wir tagtäglich nutzen, auch eine bessere Mitgestaltung in der Politik ermöglichen. Dies wäre endlich mal eine sinnvolle Anwendung von Politik 2.0 und nicht nur eine weitere leere Worthülse.

Um dieses Ziel zu erreichen haben wir, als eine Handvoll Menschen die nicht mehr mit der Regierung und den Parteien einverstanden sind, angefangen etwas dafür zu tun. Unser Ziel ist es eine neue Form der Politik zu fordern, die dynamischer und durch den Input der interessierten Bürger definiert werden soll. Um dabei neue Wege zu gehen, soll sich diese neu gebildete Vereinigung nahtlos in das digitale Zeitalter einfügen und trägt deshalb den naheliegenden Namen „digitale Vereinigung“ (www.digitale-vereinigung.de).
Wir möchten diese Vereinigung ausbauen, um uns mit den Menschen zu vernetzen, die unsere Vorstellungen von einer anderen Form der Demokratie teilen. Um dies zu erreichen werden wir uns mithilfe der neuen Medien organisieren, um unser politisches Angebot zu gestalten. Unsere Arbeitsweise sollte sich an bereits etablierten Verfahren wie z.B. der der Wikipedia orientieren und könnte wohl am ehesten als ein Think Tank oder Crowdsourcing für Politik beschrieben werden. Wir werden versuchen diese Verfahren für die politische Willensbildung, als auch für die unabhängige Finanzierung unserer Organisation einzusetzen. Geleitet durch unsere eigenen Grundsätze, frei und offen für jeden, ist es unser Ziel eine faire, transparente und zeitgemäße Politik anzubieten.

Da es sehr schwer ist so etwas aufzubauen, haben wir bisher viele Ideen und Einflüsse gesammelt und diese auf unserer Homepage verarbeitet. Der aktuelle Stand ist dabei keineswegs als vollständig anzusehen. Es ist einfach das was bisher durch die vielen
Arbeitsstunden entstanden ist. Die Texte werden dabei nicht frei von jeder Kritik sein und auch Darstellung, Design und Funktionalität haben sicher noch nicht die endgültige Perfektion erreicht.
Wir haben bisher in einer kleinen Gruppe sehr viel Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt und es ist vollkommen klar, dass wir uns momentan mit keiner anderen Partei messen könnten. Dies soll und kann aber auch nicht anders sein, da wir bisher noch ziemlich am Anfang stehen. Dennoch glauben wir fest an diese Idee und sind bestrebt dass ganze weiterzuentwickeln. Da sich unser Angebot natürlich an euch richtet, hoffen wir dass sich einige interessierte finden und sich uns anschließen werden. Hier geht es nämlich in erster Linie auch um eure Politik!
Wenn ihr euch also die Zeit nehmt und unsere Seite besucht, so hoffen wir dass sich viele von euch wiederfinden werden. Wir sind weder an Umsturz noch an Revolte interessiert, sondern haben versucht ein paar neue Ideen zu finden, die einen Mehrwert für unser Land darstellen würden. Sicher ist das alles noch nicht perfekt, aber wenn ihr dieser Idee eine Chance gebt und euch mit einbringt, könnte daraus vielleicht eine Bürgerbewegung entstehen, die neuen Wind in unsere angestaubten Kabinette bringen wird.

Natürlich ist auch unser Vorhaben so ungewiss, dass wir möglicherweise keine Chance erhalten werden, unseren Worten Taten folgen zu lassen. Es ist uns bewusst dass was wir hier fordern, weder ein Spaziergang noch ein Selbstläufer werden wird. Dennoch sehen wir neben all den Risiken und der Ungewissheit, auch ein riesiges Potential.
Mit unserem Projekt wollen wir nicht nur ein neues Programm anbieten oder neue Ziele definieren, es geht uns auch darum politische Prozesse zu verändern. Weg von einer Politik die durch Lobbyismus und Industrienähe charakterisiert wird und in der genügend korrupte Züge existieren, hin zu einer Politik in der die Mitte der Gesellschaft, wieder mehr Einfluss erhält. Ob wir dabei dann von Volksentscheiden, Liquid Feedback oder anderen Instrumenten reden die diesen Einfluss geltend machen, sei jetzt noch dahingestellt. Unser Ziel ist es diesem lang vernachlässigten Thema, endlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
Auch wenn sich unser Projekt noch im entstehen befindet, haben wir konkrete Vorstellungen und hoffen dass wir euch damit etwas anbieten, was selbst in eurem Interesse liegt. Wir tun das hier aus einem Mangel an politischen Alternativen und weil wir den bisherigen Weg der Regierung, so nicht mehr mittragen wollen. Sollte euch dass alles hier also nicht interessieren, bitte verratet uns doch worauf ihr noch warten wollt?

Das Sicherheit endlich als „Super-Grundrecht“ in unserer Verfassung steht und wir den Überwachungsstaat somit vollends legitimieren?

Dass die politische Unzufriedenheit noch weiter wächst, während sich die Wahlbeteiligung und das Gefühl der Mitgestaltung, immer weiter reduzieren?

Wir unsere schwarze Null feiern, während Infrastruktur und Bildung nach wie vor nur Randthemen sind?

Oder das wir weiterhin wichtige Diskussionen gar nicht erst zulassen und Probleme solange vertagen bis es dann einfach mal zu spät ist?

Ist es denn in Deutschland unabdingbar das der Karren erst so richtig in der Scheisse stecken muss, bevor auch der letzte Dödel aufwacht und merkt, dass es so nicht mehr weitergeht?

Ich weiß dass ich meinen Kindern eine andere Welt zeigen möchte, als die in diese sich unsere gerade entwickelt. Vielleicht bin ich nur ein verrückter Verschwörungstheoretiker, vielleicht habe ich mit all dem Recht, aber wenn ich mir das zukünftige zusammenleben in Deutschland vorstelle dann würde ich mir wünschen, dass wir alle zusammen, nicht als linke, rechte oder „Gutmenschen“, sondern als die Bewohner von Deutschland, zusammen für eine bessere Politik kämpfen.
Dafür müssen wir keine Autos anzünden, sondern einfach mal gemeinsam etwas versuchen. Die Entscheidung wie demokratisch sich unsere Politik zukunftsweisend gestalten soll, liegt ganz bei euch. Nehmt es als Chance war.

So long,

Tim

Alle weiteren Informationen findet ihr auf www.digitale-vereinigung.de. Wir freuen uns über eure Zuschriften und konstruktive Kritik.

PS: Wir schätzen die Möglichkeit der Anonymität und erachten dies für ein Grundrecht des Internets, welches für uns weder niedergeschrieben noch international anerkannt sein muss. Dabei sind wir weder feige, noch sind wir Terroristen. Wir haben lediglich gelernt dass man heutzutage ganz schnell in einer Ecke steht, wenn man eine andere Meinung hat. Somit nutzen wir zumindest vorerst diese Möglichkeit, was aber nicht heißen soll dass wir uns verstecken werden.

PPS: Wir alle sind verschieden und haben unsere Sichtweisen, aus Gründen die nur wir kennen. Viele von euch kennen Deutschlands Vergangenheit besser, als ich je behaupten könnte und auch wenn ich euch nichts vorwerfen kann, muss ich euch doch fragen warum ihr so oft tatenlos zuseht?
Unser Land, ausgestattet mit fest definierten Bürgerrechten und auch Pflichten, die teilweise bis hin zum politischen Widerstand reichen, ist zu fett, faul oder geistig verarmt um zu erkennen, dass unsere Demokratie heutzutage oftmals nur noch mehr Schein als Sein ist.
„Alle Macht geht vom Volke aus“ ist sicherlich auch heute noch genauso gültig und doch verlernen wir unsere Pflichten als Bürger immer mehr. Dabei geht es noch nicht mal darum dass wir Bürger als geschlossene Gruppe auftreten und unserer gemeinsamen Rolle, auch eine einheitliche Meinung inne liegt. Es geht darum dass wir immer mehr in einen Taumel verfallen, der uns unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln, der Gesellschaft und auch unserem Land vergessen lässt.
Wir möchten genau an diesem Punkt ansetzen und dabei nicht nur für unsere Ideen werben. Uns geht es nicht darum genau die Bewegung zu werden die etwas verändert. Uns geht es vor allem darum dass ihr endlich aufwacht! Das ihr anfangt zu begreifen dass nicht die Flüchtlinge das Problem sind, nicht die monatliche GEZ-Gebühr von 17,50 € oder das unsere Tornados nicht fliegen, es ist ganz einfach die Form unserer aktuellen Politik.
Die Politik die ganz oben auf der Tagesordnung „Selbsterhalt“ stehen hat und sich dafür auch noch feiert. Die Politik die die tollsten Worteschöpfungen kreiert (Neusprech) um damit ihre eigene Unzulänglichkeit zu kaschieren und auch genau die Politik die uns mit Sätzen wie: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.“ für dumm verkaufen möchte.
Wenn ihr von diesem Schmierentheater also immer noch nicht genug habt dann bitte - schaut weiter zu. Ansonsten verhaltet euch endlich wie mündige Bürger und fordert von der Politik das ein, was euch schon seit Jahren versprochen wird!

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