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  • Kokoschinski

534 Beiträge seit 15.06.2016

Innenpolitik - "über zu viel Kuschelei zwischen Politik und Medien"

von Roberto J. De Lapuente.

Es geht hier speziell um den Abgang von A.Nahles:

"Denn ihren letzten Auftritt, diese kurze Szene, wo sie aus dem Willy-Brandt-Haus kommt, ein bisschen verkniffen und gewohnt verunsichert, sich vor Mikrofone positioniert und sich auch bei den Journalisten verabschiedete, für die gute Zusammenarbeit dankte, fungierte nur als kurze Randnotiz.

Dabei steckt in diesem letzten Statement die Crux unserer politischen Landschaft, die ganze Misere des politisch-journalistischen Komplexes – speziell in Berlin, in diesem Mikrokuschelkosmos, in dem Parteien und Medien, Medien und Parteien, nicht immer säuberlich getrennt voneinander arbeiten. Ich kann mich ja täuschen und viele junge Menschen wissen das vielleicht auch gar nicht mehr: Aber eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Welten ist gar nicht vorgesehen. Ja, auch gar nicht nötig, um mit der Demokratie im Einklang zu sein. Ganz im Gegenteil eigentlich.

Früher sprach man in diesem Zusammenhang von einer vierten, staatspolitisch zunächst nicht vorgesehenen, aber sich bewährten Gewalt. Von der Regulative, die die klassische Gewaltenteilung durch Herstellung von Transparenz und Öffentlichkeit ausleuchtet. Diese Aufgabe erfüllte man im Regelfall nicht durch ein gutes Klima, weil das die Zusammenarbeit untergraben und korrumpieren könnte. Gewahrte Distanz galt deswegen als ein Kriterium guter journalistischer Arbeit."

aus: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1121220.andrea-nahles-auf-eine-zukuenftig-schlechte-zusammenarbeit.html

Besser kann man den gegenwärtigen "Kwalitätsjournalismus" nicht beschreiben. Und das ist nicht nur wie vom Autor beschrieben in Berlin so!

... mein lieber Kokoschinski!

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