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154 Beiträge seit 10.09.2018

Es gibt eine deutsche Alternativ-Entwicklung

Der Dual Fluid Reaktor ist die geniale Neuentwicklung eines nuklearen Reaktors, der die Vorteile eines Flüssigsalzreaktors (Merkmal: keine Brennelemente) mit denen eines flüssigmetallgekühlten Reaktors vereint. Durch die Trennung von Kühlmittel (reines Blei) und Brennstoff (angereicherte Chloridsalze) wird eine sehr hohe Energieeffizienz erreicht, welche die der aktuellen wassergekühlten Kernreaktoren (Druckwasser-Reaktoren) um den Faktor 25 bis 50 übersteigt.

Ein großer Vorteil des Dual Fluid Reaktors, besteht darin, dass er mit den radioaktiven Abfällen (abgebrannte Brennelementen) der herkömmlichen Reaktoren betrieben werden kann. D.h. er würde unser Atommüllproblem lösen, ohne selbst radioaktive Abfälle zu erzeugen, welche in externen Endlagern entsorgt werden müssen. Der vom Dual Fluid Reaktor erzeugte radioaktive Müll ist weniger strahlungsintensiv und zerfällt zu 90% in hundert Jahren, der Rest in 300 Jahren. Dazu verbleibt er in einem dafür vorgesehenen Raum innerhalb der Anlage. Danach hat er sich in wertvolle Metalle verwandelt und steht zur Verwertung bereit.

Der Dual Fluid Reaktor bietet einen hohen Sicherheitsgrad, denn bei Ausfall der Kühlsysteme geht er ganz einfach aus - so wie eine Flamme der man den Sauerstoff entzieht. Eine Explosion vergleichbar mit der in Tschernobyl ist physikalisch unmöglich.
Das Institut für Festkörper-Kernphysik (IFK), Berlin, das dieses Konzept trotz fehlender staatlicher Förderung entwickelt hat, arbeitet an einer ersten Testanlage. In schätzungsweise zehn Jahren könnte die Serienproduktion beginnen.

Die geschätzten Gesamtentwicklungskosten belaufen sich auf 10 Mrd €. Die Reaktoren sind relativ kostengünstig (eine komplette Anlage mit einer Leistung von 3 Gigawatt würde ca. 1,5 Mrd € kosten). Da ein solcher Reaktorkern relativ klein ist (Durchmesser 3 m) ließen sie sich industriell und in Serie herstellen.

Der Dual Fluid Reaktor ist ein Effizienzwunder. Damit ließe sich Strom zu 0,6 Cent/kWh erzeugen. Dabei es bliebe noch genug Prozesswärme übrig, um Kohle oder Gas zu verflüssigen (etwa für synthetischen Kraftstoff zu 10 bis 40 Cent/l) oder Hydrazin (aus Ammoniak, der aus Wasserstoff und Luftstickstoff gewonnen wird) für Brennstoffzellen und andere chemische Prozesse mit qualitativ hochwertiger Prozesswärme zu versorgen. Und dies alles mit einer neutralen CO2-Bilanz.

Seit der Energiewende ist das Thema Atomkraft in Deutschland leider mit einer kollektiven Denkblockade belegt, so dass in die richtungsweisende Innovation des Dual Fluid Reaktors hauptsächlich ausländische Investoren einsteigen.

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