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  • Queru

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Re: Warum muss ein Radnabenmotor ungefedert sein?

Moody schrieb am 08.07.2019 15:03:

Zwischen Motor und Felge kann man immer noch eine umlaufende Daempfung einbauen, das buegelt schonmal das groebste an durchschlagenden Spitzen weg (weniger g auf Motor und Lager, Vibrationen koennen gedaempft werden). Das Rad an sich ist ja auch nochmal gedaempft zur Karosserie hin.
Auch ein luftgefuellter Reifen ist kein muss, wenn man einfach aussen eine umlaufende Lauffläche hat, die innen mit Streben aktiv gestuetzt wird kann man diese auch aktiv computergesteuert daempfen - auch die Felge und das Rad lassen sich neu denken, Kreative Eingebung kann man sich bei diversen Fahrzeugen holen, die zu extraterrestrischen Erkundung entworfen wurden und schon aus diesen Gruenden keine luftgefuellten Reifen haben.

Abgesehen von dem Problem der Masse und den Gyro-Effekten (die man durch aktive elektronische Lenkung transparent kompensieren kann) haben Radnabenmotoren riesige Vorteile:

- Tiefer Masseschwerpunkt fuer das Auto
- kompletter Wegfall des Getriebes
- besserer Leichtbau
- kleine Aussenabmessungen bei grossen Innenabmessungen
- Kaum noch bewegte Leistungsteile innerhalb der Karosserie
- viel mehr Freiheit bei der Karosserie-Gestaltung
- Steuerung der Raeder kann gezielt elektronisch einzeln erfolgen (bis hin zu einer Notlenkung ohne Lenkeinschlag)
- bei 4 Radnabenmotoren hat man sozusagen kostenlos ein Allrad-KFZ ohne Differenzialprobleme
- Niedrige Wartungskosten, es muss bei Problemen nur Aussen eine Rad/Antriebskombi gewechselt werden - das geht schnell, diese temporaer gegen eine Austauscheinheit zu tauschen, das reparierte Teil kann dann spaeter wieder eingebaut werden
- Weniger Teile, guenstigere Fertigung
- …

Das ist schon eine ordentliche Latte an Vorteilen.

Selbst wenn eine Motor-Felge Kombination statistisch zwischen 80-100 tkm überholt werden muss und dieser Service pro Rad 1.000 Euro kostet ist sind die Wartungskosten und der Wartungsaufwand auf die Laufzeit gesehen niedrig verglichen mit Verbrennern (und vermutlich guenstiger als bei konventionellen e-Autos, die immer noch Getriebe etc. besitzen).

Der Service kann effizient in einer Zentralwerkstatt des Herstellers erfolgen, in der Werkstatt vor Ort twird nur noch modular montiert und demontiert - der Kunde kann in wenigen Minuten die Werkstatt mit einem Austauschmodul verlassen.

Gerade bei e-Kleinwagen, die nicht fuer den Gelaendeinsatz gedacht sind, kann man sich einen Radnabenmotor in naher Zukunft ganz gut vorstellen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass e-Mobilitaet allzulange mit dem klassischen Auto-Konzept mit Zentralmotor und Getriebe weiter bestehen wird. Die Verbannung des Motors aus der Karosserie ermoeglicht erst eine echte konzeptionelle Neugestaltung des e-Autos.

Gruss
M.

Genau!
Für mich war eine schwimmende Lagerung eigentlich sogar immer Vorraussetzung für einen praktikablen Einsatz.
Schwer vorstellbar, dass jemand, außerhalb eines stationären Betriebes, auf Dämpfung verzichten würde. Und selbst im stationären Betrieb wird`s nicht gänzlich ohne Entkopplung ablaufen.
Kommt ja auch keiner auf die Idee, in einem herkömmlichen Fahrzeug, den Motor fest (ohne Dämpfungselemente) mit dem Chassis zu verschrauben.

Queru

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