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Re: Blablabla! -- weiterer wichtiger Aspekt

Tom Baley schrieb am 26. März 2011 03:18

> Wasser- und Windenergie nehmen z.Zt. weniger als 2 % unserer
> Energieversorgung ein.
Bei der Atomkraft geht's nicht um die Energieversorgung,
sondern um die Stromversorgung. Und da hatten die Erneuerbaren
im letzten Jahr meines Wissens 16 % Anteil -- AKWs lagen bei 22 %.

> Bis das mal 30% werden (aus welchen Gründen
> auch immer) vergeht noch eine lange Zeit (aus welchen Gründen auch
> immer).
Nö, das kann recht fix gehen, wenn man denn will.

> Dabei frage ich mich allerdings immer wieder, warum denn da immer so
> auf der Kernenergie herum gehackt wird, und nicht etwa auf Braunkohle
> oder gar Gas. Erdgas macht z.Zt. ca. doppelt so viel aus wie
> Kernenergie,
Beim Strom nicht.

> Energieversorgern nicht abhängig zu sein (und die 150
> Kernernergieanlagen im benachbarten Ausland einfach mal zu ignorieren
> - ist ja nicht hier)
19 Kraftwerke weniger sind doch schon mal ein Anfang.
Und die Nachbarländer gucken ja nicht weg. Das EEG wurde
weltweit in diversen Ländern kopiert. Und wenn Deutschland
zeigt, wie man mit den Erneuerbaren und ohne Atom seinen
Strom genauso gut erzeugt bekommt, dann wirkt das auch auf
die Energiedebatte in den Nachbarländern. So wunderbar fahren
die nämlich auch nicht mit ihrem Atomstrom: Frankreich hat
im letzten Winter nur deshalb keine größeren Stromausfälle
gehabt, weil Deutschland als Lieferant in die Bresche sprang.

> Aber hier Atom abschalten zu wollen (am besten
> noch heute) führt doch nur dazu, dass die entsprechende Technologie
> ins benachbarte Ausland wandert:
Nein, nur dann, wenn man die Stromkonzerne schalten und walten
lässt, wie sie wollen und nichts für den Umbau des Systems tut.
Die kurzfristige Abschaltung von sieben Alt-AKW in diesem
Frühjahr hat natürlich dazu geführt, dass Strom importiert
werden musste. In fünf Jahren kann das ganz anders aussehen,
wenn man will -- wenn man nicht will, kann man das natürlich
effektiv verhindern.

> Von der "Bedrohung" her nicht
> besser, von der "Kontrollierbarkeit" her deutlich schlechter.
Wenn die Bedrohung nur eine "Bedrohung" ist, dann ist's doch
eh einerlei, oder?

> Dieses - übrigens typisch deutsche -
Typisch deutsch ist vor allem, "typisch deutsch" als
Schimpfwort zu verwenden.

> "Blablabla!" (die
> unqualifizierte Kritik an technischen Entwicklungen)
Kritik an Atomkraft ist nicht zwingend unqualifiziert.
Im Gegenteil: Es gibt jede Menge sehr gut begründbare
Kritik an der Atommafia und den von ihr verantworteten
Strukturen in Politik und Energiewirtschaft.

> weil die wirklich großen (z.B. jene, die mit S anfangen)
Wer? Und wo?

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