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  • Antoine Doinel

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Re: Die Brücke, die keine ist -- weiterer wichtiger Aspekt

MrMusix schrieb am 9. Mai 2011 16:28

> <tongue_in_cheek>
Trotzdem ernsthafte Antwort:

> Dann kann die logische Folge doch nur heißen: (Möglichst
> Mehrheits-)Aktionär bei Atomstromanbietern werden, um über die
> Verwendung der Gewinne (mit-)entscheiden zu können.
Das ist dann Plutokratie statt Demokratie.
Davon haben wir jetzt schon zuviel.

Ein anderer Ansatz ist, Minderheitsaktionär zu werden
und dann auf der Aktionärsversammlung Anträge einzubringen.
Das ist das Konzept der "kritischen Aktionäre", das in
den 1980ern einige Furore machte.

Ein dritter Ansatz ist Verstaatlichung: Dann hat die
Bevölkerung ein gewisses Mitspracherecht. Auch das ist
teilweise bereits der Fall (EnBW gehört zu guten Teilen
dem Land Baden-Württemberg, an RWE und Eon haben einige
Kommunen Anteile). Allerdings verhindern legale Formen
der Korruption zusammen mit dem System der parlamentarischen
Demokratie, dass diese Einflüsse im Sinne der Meinung der
Bevölkerungsmehrheit geltend gemacht werden.

Glücklicherweise gibt's aber mittlerweile auch so schon
einige Aktionäre, die aus langfristiger Sorge um ihr Geld
Druck machen. So musste sich RWE-Chef Großmann auf der
letzten Hauptversammlung einiges anhören, nicht nur von
erwachten SPD-Kommunalaktionären, sondern auch von anderen:
> http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rwe-jahreshauptversammlung-eklat-in-essen-1.1087595

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