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  • marsoman

2 Beiträge seit 26.07.2019

Falsche Erwartungen geweckt...

Mal abgesehen davon, dass das Wort "Jagdtrieb" bzw. "Trieb" generell in einem Artikel über eine neurowissenschaftliche Studie nichts verloren hat:
Auch wenn der Rest des Artikels beschreibt, worum es in der Studie tatsächlich ging, ist das Vorwort leider komplett am Thema vorbei. Es geht da doch gar nicht um den Einfluss der Zucht auf das Verhalten der Hunde. Das wäre grundsätzlich ja auch nichts neues -ich habe beim Klick auf das Vorwort allerdings erwartet, etwas über neue Erkenntnisse dazu lesen zu können, die über altbekannte Zusammenhänge von Selektion und Vererbung hinausgehen.

Die Studie hat einen Zusammenhang zwischen den Rassen (sowie unterschiedlichen Verhaltensweisen auf bestimmte Aufgaben spezialisierter Rassengruppen) und Unterschieden in der Neuromorphologie dargestellt. Dass es diese Unterschiede und einen Zusammenhang mit Wesenszügen und Fähigkeiten unterschiedlicher Rassen gibt, ist auch wenig überraschend. Bisher wurde das wohl nur nie näher untersucht und quantifiziert.
Im Wesentlichen wurde hier eine Grundlage für weitere Forschungen geschaffen.

Auch das Fazit

Das Verhalten meiner Vorfahren und das Verhalten von Lottes Vorfahren haben sie zu dem gemacht, was sie heute ist.

ist mindestens ungeschickt formuliert. Es könnte aber auch darauf hindeuten, dass Frau Hoffmann da etwas falsch verstanden hat.
Natürlich ist die Auswahl von Zuchttieren auch "Verhalten", aber so wird diesen Satz von niemand verstehen. Weiter geht der Einfluss unserer Vorfahren auf das, was Lotte heute ist, aber nicht.
Zudem hat dieser Satz nichts mit dem Inhalt der Studie zu tun. Falls damit auf den in der Diskussion des Studienmanuskripts angesprochenen Einfluss der individuellen Erfahrungen auf die phänotypische Ausprägung der Gehirnaktivität angespielt werden soll: Nun, der ist eben phänotypisch, also gerade unabhängig von den Vorfahren.

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