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87 Beiträge seit 05.06.2008

"Lokale Plattformen" sind Steuergeldgräber...

Diese reichlich naiv bis dumme Idee derlei "regionaler Marktplätze" - Politprop-Neusprech: "Plattformen" - belegt einmal mehr, wie Ideologie den Blick auf jedwede Ratio und Evidenz verstellen hilft.

Ich erinnere mich noch an all die millionenteuren regionalen Marktplätze - meist gebaut mit Steuergeld - ebenso wie superteure "kostenlose" Lizenzen für "Intershop" uswusf, mit der Papa Staat schon einmal nahezu alle bis dahin existierenden freien, privaten, nichtstaatlichen Plattformen erfolgreich vom Markt drängte - ohne selbst Besucher / Kunden / Nutzer auf Konsumentenseite abzubekommen (was freilich schön getrickst wurde).

Es ist eine Frechheit, derart mit Steuergeldern umzugehen, während immer mehr Städte immer mehr dafür tun, ihre Innenstädte mit Fahrverboten, Parkplatzschließungen und erzwungenen Park&Ride für immer mehr Konsumenten uninteressant zu machen - zumal die meisten klassischen Ladengeschäfte der Operationsform "Kistenschieber" mit dem anbrechenden Informationszeitalter eh obsolet sind, weil das Prinzip Infornationsbarriere als Marktargument immer weniger wirkt.

Warum soll ich bei einem Händler vor Ort ein bestimmtes Produkt kaufen, welches ich meist schneller und fast immer günstiger im Onlinewettbewerb bekomme (lange nicht nur bei Amazon) - und dazu statt einen halben Tag Lebenszeit nur eine Minute aufwenden muss? Gerade für Leute auf den Land oder jene ferner der Stadtzentren kosten "Einkaufstrips" in Innenstädte schnell einen halben bis ganzen Tag.

Händler, die wirklich clever sind und wirklich Mehrwerte zu hüten haben, sind längst selbst erfolgreich online aktiv.

Warum sollte ich Anderen, die im Stadtzentrum leben, mit meinen Steuern den Luxus finanzieren, dort künftig noch einkaufen zu können - ohne diesen Luxus selbst bezahlen zu wollen?!? Ich lebe selbst in Laufweite zum Stadtzentrum und bin öfter in der Stadt. Einkaufen tue ich Tagesbedarf ZZ Fuß um die Ecke beim Discounter und alles andere eh seit vielen Jahren online, bei Händlern aller Art.

Amazon selbst ist ja nur einer von vielen - und sogar als das nicht zuletzt Dienstleister für viele kleinere Händler, die lieber Amazons Dienste nutzen als sich selbst online zu bringen. Viele der Händler kenne ich persönlich.

Zudem ist es viel ökologischer, Waren zu mir statt mich zu den Waren und mit denen zurück zu mir reisen zu müssen. Meine Lebenszeit ist mir kostbar und ich bin eh kein Fan von Konsumnachmittagen / Einkaufsbummeln.

Gerade die Ökos hier in der Stadt (Göttingen) haben die Stadt - zusammen mit Sozialisten und ihren Gängelungen von Unternehmern - systematisch uninteressant gemacht. Die meisten Kunden von außerhalb wurden auf die grüne Wiese "verscheucht" und die wenigsten haben Zeit und Möglichkeit, mit Fahhrad oder Bus zum Einkaufen zu kutschen. Mit Auto in die Stadt ist eh Horror. Die Händler wiederum haben immer fettere Gewerbesteuer u.a. Abgaben abzudrücken und dürfen nur auf haben, wenn Papa Staat ihnen das erlaubt. Auch deren Belieferung erfolgt nur noch einmal am Tag (morgens) per Verbot - bald gar nur noch teurer/langsamer/limitierter per "Lastenfahrrad".

Zu den legalen Öffnubgszeiten habe ich eh zu tun und wenn nicht, habe ich keine Lust mir von irgend einer unfreundlichen VERDI-Schranze hinterm Verkaufs-Tresen, als Busfahrer oder hinterm Bankschalter, den Eindruck vermitteln zu lassen, ich wollte etwas von ihnen und müsste ihnen in den Ar*** kriechen.

Online kann ich sogar jedes Produkt - ohne Diskussion - zurückgeben, wenn es Probleme gibt.

Stationärer Einzelhandel wird künftig völlig anders aussehen (sieht heute in modernen Ländern längst ganz anders aus) und funktionieren - vor allem hin zum Dienstleistungsgewerbe - weg vom Kistenschieber. Das aber begreifen hierzulande - im Land der Dienstleistungsfeinde - eh die meisten nicht. Deutschland ist viele Jahrzehnte hinter dem her, was heute bei Kunden wirklich erfolgreich ist. Staatlich subventionierte "Plattformen" werden dafür sorgen, daß es auch künftig so bleibt.

Stattdessen sollen immer mehr Menschen deren obsolet es Geschäftsmodell gegenfinanzieren, weil ein paar wenige Stadtmenschen daran festhalten wollen - oder vielmehr einem "pösen amerikanischen Konzern" eins auswischen, so wie sie zuvor über Jahrzehnte hiesigen Unternehmern ("Ausbeutern") eins nach dem anderen auswischen wollten und sich nun wundern, in einer Dienstleistungswüste aufzuwachen, auf die sie - so toll Mao und Chavez auch seien - doch irgendwie nicht verzichten wollen.

Moderner Handel kommt weitgehend ohne eine Mehrheit aus "Kistenschieber und Kleinnschneidern", wie es im englischen heißt, aus. Wer diese Leute finanzieren will, tue das bitte mit SEINER EIGENEN Kohle. Ich verdiene meine (wie viele bereits weit über 50% ihrer Arbeitsleistung an den Staat abtreten müssende) viel zu hart, als sie für solchen klischeeisierten Schnickefang rauszuwerfen. Das mag bei solchen, die "irgendwas irgendwie beim Staat" machen, anders sein - denn die füttern wir alle ja eh schon ungefragt mit durch.

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