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Flüssigsalzreaktoren können ein erhebliches Risiko darstellen

"... In graphitmoderierten LFTR kann es zu positiven Leistungsrückkopplungen mit entsprechendem Störfallpotential kommen. ...

... Die höhere Temperatur und die chemische Zusammensetzung des geschmolzenen Salzes stellen hohe Anforderungen an die Beständigkeit der verwendeten Materialien. Im Oak Ridge Testreaktor MSRE kam es zu erheblicher Korrosion an metallischen Komponenten durch das Spaltprodukt Tellur. Das Two Fluid-Konzept (mit getrennten Flüssigsalzkammern) hat noch ungelöste Probleme, die beiden Flüssigkeitskreisläufe dauerhaft zu trennen, denn die Barriere ist hohen Temperaturen, den beiden Salzen und einem hohen Neutronenfluss ausgesetzt, darf dabei aber nur sehr wenige Neutronen absorbieren.

Speziell für das Single Fluid-Konzept gilt: Graphit als Moderator ist leicht brennbar und im Ernstfall eine mögliche Gefahrenquelle. Auch hat ein Graphitmoderator eine begrenzte Lebensdauer bzw. Beständigkeit gegen Strahlung. Ein Austausch des Moderators und andere Reparaturen sind wegen der Strahlenbelastung und Kontamination problematisch.

Die Tritiumproduktion in LFTR ist wegen des Lithiumgehalts mit 35 PBq/(GWela) etwa 50-mal so groß wie in Druckwasserreaktoren oder in Schnellen Brütern. Wegen der verhältnismäßig hohen Temperaturen diffundiert Tritium zudem relativ leicht durch die Wandungen des Reaktorbehälters. ..." http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigsalzreaktor

"... Tritium wird aufgrund seiner Masse auch als „überschwerer“ oder „superschwerer“ Wasserstoff bezeichnet. Tritium ist ein radioaktiver Betastrahler; es zerfällt mit einer Halbwertszeit von 12,32 Jahren. ..." http://de.wikipedia.org/wiki/Tritium

Ein anderes Problem ist, dass es bei einem Flüssigsalzreaktor eine große Masse an physikalischer Wärmeenergie gibt, was zu einem sehr goßen Problem in Kombination mit Wasser (Dampfexplosion) führen kann, man denke an Terroranschläge, Erdbeben, Überschwemmungen, usw. Ein Flüssigsalzreaktor-GAU kann zu einer schweren Verseuchung des Grundwassers und der Umgebung (Verbreitung der erhitzten Elemente in der Luft, insbesondere durch Dampf bei Wasserkontakt) führen, auch über längere Zeit. Ein hochwertiger Druckwasserreaktor mit Uran ist dagegen relativ problemlos, auch wenn er theoretisch kritisch werden kann (wogegen man ja auch Vorkehrungen trifft). Besonders problematisch ist, wenn die angeblich "sicheren" Flüssigsalzreaktoren in Zukunft massenhaft gebaut werden, siehe auch http://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Atomkraftwerke-sind-wirtschaftlich-nicht-tragbar/AKW-Boom-in-Sicht-es-werden-weltweit-Tausende-AKWs-gebaut-werden/posting-28633389/show/ Die Legende von der "sicheren Flüssigsalzreaktoren" ist übles Snake oil (http://de.wikipedia.org/wiki/Schlangen%C3%B6l), denn es wird einfach ausgeklammert, dass die Reaktoren durch externe Einflüsse hochgehen können. Wie viele Flüssigsalzreaktoren werden wohl im antichristlichen Unrechtsregime hochgehen? Dutzende? Noch mehr? Ein großes und gut gesichertes AKW (klassischer Druckwasserreaktor mit primärem und sekundärem Wasserkreislauf) mit Uran ist vermutlich nicht so gefährlich wie ein Haufen Flüssigsalzreaktoren gleicher Leistung - Sicherheit hat mitunter ihren Preis. (imho)

PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Druckwasserreaktor

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (16.09.2016 09:33).

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