Avatar von CoolAllo
  • CoolAllo

mehr als 1000 Beiträge seit 19.06.2003

Re: Fun Fact

Natürlich. Aber das ist doch auch klar - wenn ein Safe-Word vereinbart war und sich der andere nicht daran hält, handelt er ja nicht mehr im Einklang mit der Einwilligung, so dass diese nicht mehr rechtfertigend wirkt.

Eindeutig. Und da fängt doch das erste Problem an: Eine Falschaussage darüber ob das Safe-Word gefallen ist. Schwieriger und weniger "Falschaussage" wird es, wenn dann derjenige sagt "Ja kurz Pause dann aber weiter" und hinterher das vielleicht dann doch auch wieder zurückgezogen haben möchte.

Du hattest entsprechende Verträge als "jederzeit anfechtbar" bezeichnet und gesagt, letztlich gelte für entsprechende Verträge in Deutschland immer, dass sie "sittenwidrig bzw. schlicht unwirksam sind". Und das stimmt eben schlicht und ergreifend nicht. Im Gegenteil: Solche Verträge sind wirksam, es sei denn, dass sie im Ausnahmefall sittenwidrig und damit nichtig sind.

Hmm, vielleicht eher "jederzeit auflösbar"?

Wenn jemand für Handlungen, die er begangen hat, eine schriftliche Einwilligung des Opfers vorlegen kann, dann gilt im Zweifel, dass das Opfer eingewilligt hat, es sei denn, man kann ihm nachweisen, dass die Einwilligung widerrufen wurde.

Das ist allerdings die Sicherheit die wir in Rechtstaaten haben, nämlich die Unschuldsvermutung. Erspart einem aber nicht unbedingt einen Prozess.

Auch hier - meine Entgegenung beruhte immer noch auf deiner Grundaussage, derartige

Verträge seien immer unwirksam.
Okay

Deswegen wird man ja zum Beispiel vor Operationen sogar ausführlich aufgeklärt und erhält zahlreiche Informationen schriftlich und muss dann unterschreiben, dem Eingriff zuzustimmen.

So etwas meine ich ja. Du wirst sehr explizit gefragt und über alles aufgeklärt, sodass du auf keinen Fall sagen kannst "Ja, dass das Organ ganz raus soll habe ich aber nicht gesagt!!".

Es wird eher abgewogen, ob das, in was da eingewilligt werden soll, nicht vielleicht doch zu weit geht, und ansonsten geht es zumeist darum, wie genau denn eine Einwilligung zu verstehen ist. Da gibt es durchaus interessante Fälle, zum Beispiel die Fälle, dass sich zwei Hooligan-Vereinigungen zum gegenseitigen Verprügeln treffen...

Das ist sowieso eine lustige Szene von dem was ich mitbekommen habe. Also die, die es untereinander sportlich sehen.

Konkrete Urteile hatte ich nicht im Kopf, dafür gibt es juristische Fach-Suchmaschinen ^.^

Mal ehrlich, mit den ganzen Querverweisen die ohne nennenswerte Zusammenfassung als Begründung für einzelne Sätze stehen sieht das aus als ob es echt in Arbeit ausartet es komplett zu verstehen, zumal die zitierten Urteile sicher ähnlich geschrieben sind. Ich bin nicht neidisch.

m Übrigen kann es auch andere Arten der Rechtfertigung geben. Wenn jemand psychisch gestört ist und droht, sich selbst oder andere zu verletzen, gibt es verschiedene Regelungen, die es im entsprechenden Fall Polizeibeamten und unter Umständen auch Ärzten oder ganz normalen anderen Menschen erlauben, den betreffenden Menschen zum Beispiel zu fesseln oder zu sedieren, beispielsweise das Notwehr- und das Nothilferecht.

Darauf wollte ich mit dem Beispiel der Beruhigungsspritze hinaus. Du darfst und sollst das ggf. schon machen, aber es ist halt keine Routinemaßnahme, sondern eine Notmaßnahme. Was wohl manche einfach überforderten Ärzte/Pfleger schon mal übersehen haben.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (12.10.2018 17:36).

Bewerten
- +