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  • bgks

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Re: Mit geschicktem Gewichten ist das natürlich einfach.

0.) An solchen höchstrichterlichen Entscheidungen mag durchaus eine Menge Geld hängen.

1.1) Nein, es ist nicht natürlich, dass die Trefferquote steigt, wenn ich Leute mit mehr Ahnung höhergewichte. Das ergibt sich aus dem Hintergrund, dass in diesen Gerichten keine Einzelrichter entscheiden, sondern ein Gremium, das durchaus gegenteiliger Meinung sein kann, weil genau deswegen ein Gremium eingesetzt ist. Eher schon natürlich ist, wenn ich diejenigen höhergewichte, die am gleichmäßigsten bei der Vorhersage richtig lagen.

1.2) Richtig: zunächst ist nur ermittelt worden, dass sich mittels dieses oder jenes Modells aus dem Datenpool der Schwarmvorhersage eine Prognose extrahieren lässt, die eine signifikant oberhalb Zufälligkeit liegende Korrelation mit dem späteren Ergebnis zeigt.

1.3) Von da ab lässt sich prüfen, mit welchen Sicherheiten sich diese Korrelation auch in die Zukunft fortschreiben lässt ...

2.1) Da es (0) um Geld geht und es ausreichend viele Menschen gibt, die über höhere Geldbeträge verfügen als über mathematische Befähigung, ist (1.3) keine notwendige Voraussetzung, um die Modelle verkauft zu kriegen.

2.2) Da es regelmäßig weniger um eigenes Geld geht als um Sekundäreffekte, die ebenfalls maßgeblich Schwarmeffekte auswerten, sprich, nicht primär darum, ob ein höchstrichterliches Urteil eine bestimmte Branche kastriert oder ihr den Weg ebnet, sondern darum, welchen Kursverlauf die zugehörigen Aktien nehmen, reicht völlig, wenn ein hinreichend großer Anteil des Schwarms sich mit explizitem Verweis auf (1.2) in die Irre leiten lässt. Time to Market rulez! Wenn der deswegen dann auf Schadensersatz klagt, kann man ihm auf seine Kosten Nachhilfeunterricht in Sachen (1.3) erteilen. Man könnte auch auf Schmanentänze setzen und aus Eingeweiden lesen, aber das bringt die Wirtschaft nicht voran und ist als sozial ungerecht einzustufen, weil allzu offensichtlich die Minderbemittelten ausgenommen werden.

2.3) Wegen hoher Selbstbewahrheitungseffekte des Schwarmverhaltens wird der Schwarm ohnehin erst dann effektiv in die Irre geleitet, wenn (1.3) hinreichend erforscht ist, um hinreichend sicher vorhersagen zu können, wann er in die Irre lief. Bis dahin gilt weiter nur, den Letzten beißen die Hunde, während aber nicht solide bestimmbar ist, wer der Letzte und wer der Erste ist.

3.) Dee Dee Nednows wird enthüllen, dass die höchsten Richter sich nur noch zum Golfspielen zurückziehen müssen, bis die Auswertung der Schwarmintelligenz das richtige Urteil fand, weswegen schon seit Jahren nur noch nach der Qualifikation ins Amt berufen wird, ein Parteibuch zu haben und von der namhaftesten Casting-Agentur in Hollywood mindestens einmal auf eine Nebenrolle als Richter in einer Schmierenkommödie besetzt worden zu sein, danach priorisiert, wieviel höher Einnahmen die an den Kinokassen einspielte als ihre Produktion gekostet hatte.

4.) Wenn der Schwarm erfolgreich in die Irre lief, wird das zuverlässig daran gelegen haben, dass Putin-Trolle die Schwarmintelligenz gehackt hatten. Glück im Unglück: um sie ins Herz der Wall-Street einzuschleusen, war nicht nötig, sie mit Verkehrsflugzeugen am Fahrstuhl des World Trade Center abzusetzen.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.01.2018 10:49).

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