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  • Olaf Posdzech

33 Beiträge seit 14.02.2008

AD(H)S ist ein Neurotransmittermangel infolge Kryptopyrrolurie

AD(H)S - ist ein Neurotransmittermangel. Die Ursache dafür ist meist die Stoffwechselstörung - Kryptopyrrolurie.

Bisher hatten ausnahmslos alle Kinder und Erwachsene mit AD(H)S in meiner Praxis die Stoffwechselstörung Kryptopyrrolurie.
Feststellen lässt sich das durch Labormessung im Urin.
Die Ausscheidung von Kryptopyrrol bei Gesunden liegt zwischen 0...40 µg/l.
Bei Patienten mit ADS sieht man hingegen Messwerte von 90 bis über 400.

Leider ist diese Störung immer noch weitgehend unbekannt.

Kryptopyrrolurie
Hierbei handelt es sich um die Ausscheidung einer Verbundsubstanz aus unvollständig abgebauten Blutfarbstoff (Pyrrol), der sich unlösbar mit Vitamin B6, Zink oder Mangan verbindet. (Auch weitere Spurenelemente gehen verloren).
Diese Substanz ist harnpflichtig und wird von den Betroffenen täglich in großer Menge über den Urin ausgeschieden. Damit gehen Zink, Mangan, B6 verloren.
Es entstehen über Monate oder Jahre durch dieses offene Leck beträchtliche Defizite an Zink, Vitamin B6 und Mangan.

Die Betroffenen haben viel mehr Symptome - unter anderem Gelenküberbeweglichkeit durch den Manganmangel. Die Bindegewebsschwäche durch den Manganmangel kann sogar lebensgefährlich werden (Aorta).
Allerdings erzeugt die schlechte Konzentration den größten Leidensdruck, und die Kinder fallen in der Schule auf.

Vitamin B6 und Zink sind direkt in der Bildung der wichtigen Neurotransmitter Serotonin und Dopamin beteiligt. Wenn nur eines von beiden fehlt, können diese nicht ausreichend gebildet werden.
Auch das ist labortechnisch messbar und bei den Betroffenen nachweisbar.

Der wichtigste Therapieansatz ist der Ausgleich dieser Defizite.

Allerdings benötigen KPU-Kranke bis zu ein Jahr und länger, um ihr Zinkdefizit zu beheben. Ohne Zink kann aber Vitamin B6 nicht in die benötigte aktive Form umgewandelt werden.
Deshalb ist es anfangs nötig, bereits aktiviertes Vitamin B6 einzunehmen.
Bei vielen Patienten zeigen sich damit schon innerhalb weniger Wochen deutliche Besserungen.

Das ganze erfordert fachmännische Begleitung, denn eine Kryptopyrrolurie entsteht nicht aus dem nichts, sondern ist meist in chronische Entzündungen eingebettet, die ihrerseits zu sehr viel mehr Ungleichgewichten im Körper führen. Das muss insgesamt korrigiert werden.

Warum heute eine Kryptopyrrolurie so viel häufiger auftritt als früher, wäre ein interessantes und wichtiges Forschungsthema.

Bei ADHS (ADS mit Hyperaktivität) spielt zusätzlich noch ein GABA-Mangel mit rein, der die Therapie schwieriger macht. Denn wenn Serotonin und Dopamin wieder besser gebildet werden, aber der hemmende Neurotransmitter GABA weiter fehlt, werden diese Menschen noch aufgedrehter.

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