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  • albibi

mehr als 1000 Beiträge seit 27.07.2014

Eine interessante Studie wäre

wenn man die Korrelation von AD(S)H bei Männern mit deren Größe erfassen würde.

Hintergedanke:

Krankheit ist, was Leiden schafft. Daher ist jemand krank, der Schmerzen hat (gebrochener Arm, Arthritis, ...) oder dessen körperliche Fähigkeiten und Befindlichkeiten zeitweise oder Dauerhaft dysfunktional eingeschränkt sind (Schnupfen, Diabetes, ...). Das mal ganz grob als Definition.

Nun kann aber auch jemand nicht an sich, sondern an seiner Umwelt leiden. Im Sinne einer sehr allgemeinen Krankheitsdefinition ist auch so ein Mensch krank - obwohl vielleicht eigentlich seine Umwelt, also seine Soziosphäre, krank ist.

Wenn in oben vorgeschlagener Studie nun heraus käme, dass überdurchschnittlich große (aber nicht übergroße) Männer weniger AD(S)H-Diagnosen aufweisen, so könnte das darauf hindeuten, dass AD(S)H von der Umwelt gemacht wird, indem eine gewisse psychische Konstitution von der Umwelt abgelehnt und sanktioniert wird.

Denn große Männer erfahren in der Gesellschaft durch unbewusste Mechanismen eine generell erhöhte Zustimmung. Ein großer Mann mit AD(S)H-Symptomen würde daher eher so wie er ist von der Umwelt angenommen werden als ein kleinerer Mann mit AD(S)H-Symptomen.

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Angenommen, die Länder in denen AD(S)H häufig auftritt, sind solche Länder, in denen akzeptierte gesellschaftliche Ausdrucksformen arg reduziert sind. Es wäre nahe liegend, dass die gesamte Gesellschaft, jeder, mehr oder minder unter diesen Einschränkungen leidet.
Nun gäbe es sicher Menschen, denen diese Einschränkung einzuhalten leichter fällt, und es gäbe Menschen, denen diese Einschränkungen einzuhalten schwerer fällt (zur Veranschaulichung nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel: an einem Tisch mit anderen Menschen zu sitzen, ohne mit dem Stuhl zu wackeln).

Wenn nun aber die Menschen, die sich selbst besser kontrollieren, die aber letztlich auch an den rigiden zugelassenen gesellschaftlichen Ausdrucksformen leiden, jemanden beobachten, der diese Kontrolle nicht hat, so wird eine Ablehnungshaltung aufgebaut, da nämlich kein Mensch gerne sich sinnlosen Beschränkungen aussetzen will (warum um drei Teufels Namen soll man am Tisch nicht mit dem Stuhl schaukeln wenn der das aushält?), und zwar umso weniger, wenn er anderen dabei zusieht, wie diese die von ihnen selbst geübte Kontrolle vermissen lassen.

Die kontrollierten Menschen entwickeln eine Ablehnung gegen den unkontrollierten Menschen, die dieser schließlich als Leidensdruck wahrnimmt. Also wird er zum Arzt gebracht, und dieser stellt die Konformität mit einer völlig kontrollierten Gesellschaft wieder her.

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... nur so ein paar Gedankenspiele ...

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