Ansicht umschalten
Avatar von TomGard (1)
  • TomGard (1)

mehr als 1000 Beiträge seit 11.03.2020

Nach der westlichen Staatsraison gibt es genau zwei Gender

(Schuster):

... sie ordnen sich vielmehr - analog zu "Frau" - einem abgehobenen "Kollektiv Mann" zu, das sie durch frauenbewegte Themen und Forderungen herausgefordert und sogar in seiner Ehre verletzt sehen. (...) Sie sehen sich also in einer moralischen Gegenoffensive - und das entsprechende Sammelsurium ihrer ungereimten, voneinander abweichenden oder sich widersprechenden Argumente hat darin seine Übereinstimmung.

Gut gebrüllt, Löwe. Allerdings - ich habe die Artikelserie nicht gründlich gelesen - wird es Dir nicht entgangen sein, daß beide "Kollektive" längst nicht mehr "abgehoben" sind, sondern juristisch und staatsrechtlich institutionalisiert. Die sexualrechtlichen, familienrechtlichen und arbeitsrechtlichen Anlässe dazu sind längst untergeordnetes Spielmaterial, das zwar unter den Titeln von "Gleichberechtigung & Co.Kg" geführt wird, doch diese zunehmend in höhere Titel eingemeindet, nach Innen und imperialistisch nach Außen. In diesem Sinne verstanden ist "gendern" längst Staatsraison unter Titeln von (ungegenderter!) Emanzipation und Freiheit, wie sie kulturimperialistische Titel einer bewaffneten westlichen Wertegemeinschaft sein sollen.

Wer da nicht mitmacht, wird angeklagt, Kinder im Dutzend gefickt zu haben, wird auf dem Marktplatz des Internet gepfählt und die Leiche durch die Straßen geschleift.
Noch nicht in Berlin, aber in Libyen.

Das ist nicht OT.
Es ist nur ein - zugegeben extremistisches, aus dem Rahmen fallendes - Beispiel für die Stellung, welche die imperialen Staatswesen seit geraumer Zeit zur Geschlechtlichkeit ihres Menschenmaterials einnehmen. Mit Judith Butlers Begriff des Gender, den Du, Georg, genauso mißverstanden hast, wie die Mehrzahl ihrer zustimmenden Leser (woran sie nicht "unschuldig" ist), hat das nichts zu tun. (Wer eine Einführung dazu lesen mag, wie ich "Gender" bestimme, in Anlehnung an Butler, aber zugleich anders, als sie, kann hier gucken: https://tomgard.blog/prolegomena/gender/)

Vielmehr haben die Staatswesen den Begriff partiell übernommen, weil es ihnen um eine ganz andere Art von "Geschlechtlichkeit" geht, die tausende Jahre alt ist, obgleich so verändert, daß sie kaum mehr erkannt wird: Das Geschlecht eines Priesters im Unterschied und Gegensatz zu dem der Gläubigen, Gefolgsleuten und - vor allem - eines Pöbels.
Schematisch gesagt gibt es im "Westen" heut das himmlische Geschlecht eines Staatsdieners, der sich um das (Geschlechts-)leben der Untertanen verdient macht, und des Plebs, das seine biologische Geschlechtlichkeit dem himmlischen Geschlecht gefälligst derart zu akkomodieren hat, daß die Beauftragten des Staatsgeschlechtes nichts zu bemängeln haben.
Und das zerfällt das biologische Geschlecht dann in die Staatsgender, die mit den realen Genderbedürfnissen, um die es Judith mal gegangen ist, rein gar nichts mehr zu tun haben.

Die "Männerbewegten" liegen zwar voll daneben, aber spinnen tun sie nicht.

Übrigens fügt sich die Genderpolitik in ein viel breiteres Arsenal von Biopolitik. Das ist ein militärischer Zusammenhang - anders, aber nicht weniger, als im ollen Sparta!

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.01.2021 16:43).

Bewerten
- +
Ansicht umschalten