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  • freudhammer

664 Beiträge seit 14.12.2014

Mir ist übel, brauch nen Kübel..

„No Future macht wütend, der Tanz auf dem Vulkan ist nicht fröhlich.“

Herr Rötzer hat es auf den Punkt gebracht.
Seit den Liedern „Mein Papagei frisst kein harten Eier“, oder „Ich wollt ich wär ein Huhn“ aus der Weimarer Zeit bis zu dem verbalen Gerülpse und ins Microphongekotze heutiger Bands, liegt ein tiefer Abgrund an Verzweiflung, sie sind aber nicht repräsentativ für die heutige akustische Kulisse. Sie sind nicht die Antwort auf die netten Lieder und Couplets aus der Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg (die leider den Zweiten nicht verhindern konnten), sondern die Antwort auf das angelsächsische Gesäusel und kommerzielle Klimbim, das allgegenwärtig ist, unsere Ohren verschmutzt und die Köpfe blöd macht. Eins ist sicher, unsere Kultur hat sich nicht zum Anspruchsvolleren entwickelt. Eine Weise von Boccerini kann uns auch heute nach Jahrhunderten entzücken und glücklich machen, Otto Reutter oder Karl Valentin uns immer noch zum Schmunzeln bringen. „Feine Sahne Fischfilet“ und ihre musikalischen Verwandten lassen mich nach einem Kübel Ausschau halten, denn der Mageninhalt steigt jedem Verständigen in den Hals.

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