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  • Carl_F_G.

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Bekämpfung der Antibiotikaresistenz fördert Antibiotikaresistenz

Die zunehmenden Resistenzen gehen Antibiotika sind ein Problem. So manche Maßnahme dagegen ist durchaus sinnvoll. Leider verstärkt aber das Gesamtpaket der Gegenmaßnahmen das Problem noch.
So ist eine der Maßnahmen, dass man neuartige Antibiotika als Reserve vorhalten will und daher möglichst wenig einsetzt. Das führt aber dazu, dass sich wiederum die Entwicklung neuer Antibiotika nicht lohnt, Weshalb die entsprechenden Forschungsaktivitäten stark reduziert wurden.
Die Problem ließe sich lösen wenn man die Entwicklung neuer Antibiotika über ausreichend hohe Prämien finanziert (Abhängig von der Wirksamkeit ... und nicht der Einsatzmenge) und eben nicht über den Absatz. So wie man die Feuerwehr auch nicht über die Brandeinsätze finanziert sondern diese als Vorsorgekosten auf alle umlegt.

Daneben ist es so, dass es bei allen Maßnahmen zur Krankheitserregerbekämpfung immer zu einer Gegenentwicklung kommt, wie Resistenzen, Verschiebung des Erregerspektrums .... Daher sollte man sich einfach damit abfinden, dass man da immer wieder neue Mittel entwickeln muss und dies daher auch tun.

Ursachen der Antibiotikaresistenzen:
1. Hauptgründe (ohne genaue Gewichtung)
- Der Gebrauch an sich fördert Resistenzen (lässt sich sinnvoll nur teilweise einschränken)
- starker Einsatz bei immungeschwächten Menschen (Immunsuperession wegen Autoimmunerkrankungen, Organtransplantation, alter, AIDS .......)
- Fernreisen in Gebiete mit hoher Antibiotikaresistenz (dort auch mit verursacht durch Abwässer mit viel Antibiotika)
- unzureichende Identifikation und Isolierung von Lueten mit resistenten Erregern im Gesundheitswesen (krankenhäusern)
- Keine Sterilisation von Krankenhausabwässern (Viel resistente Erreger + Antibiotika dort enthalten)
- Resistenzgenaustausch in Kläranlagen

2. Nebengründe
- Antibiotika in der Tierhaltung. Fördert natürlich auch Resistenzen. Allerdings inzwischen stark regelementiert und in der kommerziellen Tierhaltung kommen überwiegend nur alte Mittel zum Einsatz. Länder mit starker Tierhaltung wie Niederlande und Dänemark haben deutlich weniger Resistenzprobleme als Deutschland. Das zeigt, dass dies nicht die Hauptquelle ist. Insgesamt ist es schon richtig, diesen Punkt anzugehen. Aber der Fokus auf diesen Punkt führt dazu, dass wichtigere Aspekte (s.o.) leider weitgehend ignoriert werden.
- Antibiotika bei Heimtieren. Da sind weit mehr Mittel erlaubt als in der "Massentierhaltung". Insbesondere der enge Mensch-Tier.Kontakt fördert da den Austausch der Resistenzgene.

Sicher nicht vollständig.

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