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  • schmolli

mehr als 1000 Beiträge seit 06.05.2004

SozialeTeilhabe ganz einfach...

...zumindest wenn man den blumigen Worten von Frau Nahles glauben schenkt, die ihr Projekt "Soziale Teilhabe" so in den Himmel lobt und als vollen Erfolg verkauft.
Zielgruppe dieses Projektes sind Personen, die besonders schwer in den Arbeitsmarkt zu integrieren sind. Bei einer 30-Stunden Arbeitswoche erhalten sie den Mindestlohn, demenstsprechend bei 120 Stunden/Monat, also 1061 € brutto (theoretisch bis zu 1370 €, wobei die Differenz aber meines Wissens nicht auf dem Konto des AN landet sondern vermutlich für Fortbildung genutzt wird. Man möge mich korrigieren, wenn ich da falsch liege).

Nun kann sich jeder selbst relativ leicht ausrechnen, dass bei einem Gehalt von 1061 brutto, netto nicht viel mehr übrig bleibt als wenn man im Alg2 Bezug ist. In diesem Zusammenhang also ein Projekt "Soziale Teilhabe" zu nennen, empfinde ich als eine bodenlose Frechheit.
http://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsmarkt/Modellprogramme/bundesprogramm-soziale-teilhabe-am-arbeitsmarkt.html

Selbst nicht wenige Mitarbeiter von Jobcentern sowie diverse Maßnahmenträger versuchen es möglichst zu vermeiden, Kunden in diese Jobs zu vermitteln, bzw. solche Stellen einzurichten.
Gründe dafür dürften, zumindest was die Umgebung hier betrifft sein, dass es regionale Projekte gibt, bei denen die Teilnehmer a) einen deutlichen finanziellen Unterschied zu ALG 2 bemerken und folgerichtig real sozial teilhaben können und b) eine wesentlich größere Zukunftsperspektive haben.

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