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  • Peter Maier

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Re: Fragwürdige Schlussfolgerung

foobar schrieb am 18.06.2019 09:15:

Der eigentliche Punkt ist aber, daß man einen Atomreaktor nach einer Abschaltung aufgrund der Xenon-Vergiftung nicht direkt wieder hochfahren kann. Jedenfalls dann nicht, wenn er vorher mit relevanter Leistung betrieben wurde.

Korrekt. Und das Problem ist leicht durch zwei Punkte nachhaltig zu beheben:

1. Kein vernüftigen Verbund-Stromnetz wird nur von einem oder einigen wenigen AKWs versorgt, welche dazu immer "voll am Anschlag" gefahren werden. Ein größeren Verbundnetz hat daher immer, wie in der EU kann ein Verbund-Stromnetz auch viele Länder umfassen, einige 1000 nennenswerte Kraftwerke, von den vielen Mini- und Mikroanlagen ganz zu schweigen.

Und weil das Problem der Xenon-Wartzeit bekannt ist, werden in Verbundnetzen auch immer einige AKWs in Schwachlast oder "Standby" gehalten, eben um im Falle des Falles zügig hohfahren zu können ohne 2 Tage warten zu müssen.

Denn im Gegensatz zu Windkraft und Solarenergie, welche beide nicht nachfrageorientiert sind, kann ein AKW als Teillast dann in Vollast gehen, wenn es benötigt wird und nicht nur dann wenn gerade zufällig mal Wind geht oder die Sonne scheint.

2. Es werden zu jedem Zeitpunkt in Stromnetzen das N-1 Kriterien immer erfüllt. D.h. der Ausfall einer kritischen Komponenten, wie ein AKW-Block, darf NIE in einer Kettenreaktion zu einem Totalausfall führen.

In Argentinien hat man sehr wahrscheinlich das N-1 Kriterium im Netzbetrieb nicht beachtet bzw. laufend kalkuliert. Und die Journalisten, gut im Jammern und Meinung machen gegen AKW, haben vermutlich noch nichtmal gewusst, dass es sowas wie das N-1 gibt. Hier weiter lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/(n_%E2%80%93_1)-Regel

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