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  • Hermes335

mehr als 1000 Beiträge seit 07.06.2002

War schon immer so

Nur mit dem Unterschied, dass früher die Jugend gegen das Establishment und Spießertum war, heute singen sie die Lieder des Establishment und gehen auf die Straßen, um für das Establishment zu demonstrieren. Natürlich nur, wenn nicht gerade Freizeit ist und man nicht lieber wetterbedingt "Netflix" daheim schaut.

Wie schon Urban Priol kürzlich meinte, gingen "wir", also die Jugend der heutigen angeblichen "alten weißen Männer" gegen Aufrüstung, Pershing, SDI, oder Brokdorf und Startbahn West auf die Straßen und kloppten uns mit dem Polizeistaat, wohingegen heutzutage die Jugend von der Polizei und dem Establishment beklatscht wird, weil sie so schön voll auf Linie sind und die jahrelange Propaganda gefruchtet hat.
Kommt wohl auch daher, dass wir damals kritischer gegenüber dem Versuch der Beeinflussung durch Medien waren und erst recht gegenüber dem Staat. Wir wurden in den Schulen auch etwas mehr in Hinsicht eigenes Denken und stets beide Seiten der Medaille zu beleuchten erzogen. Einer meiner Lehrer meinte immer völlig zutreffend - für damalige Verhältnisse - "wer "Stern" liest, der muss auch "Spiegel" lesen!" .
Heutzutage hingegen ist die Meinung anderer für die bequeme eigene Echokammer störend und könnte das Lummerland-Weltbild stören. Somit werden kritische Meinungen in den Schulen, sowie in den massenhaft ausgestrahlten deutschen "Polit-Talkshows" stets gar nicht präsentiert, oder wenn, dann sofort mit Oberlehrerhaftem Verhalten der Moderatoren, sowie bezahlten Applaus-Affen im Publikum "ins richtige Licht" gesetzt.

Ja, die Jugend war früher schon immer unbequem, das wussten schon die alten griechischen Philosophen.
Aber aktuell?
Nope.
Die Jugend ist so was von angepasst und auf Linie, so aalglatt und harmlos, da lachen die Hühner im Stall :-D

Gruß
Hermes

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