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  • Gegen-Wind

168 Beiträge seit 09.06.2019

Re: Ist doch müsig, darüber zu diskutieren

JulienAssa schrieb am 19.06.2019 16:48:

Es gibt keine menschenfreundlichen und wohlwollenden Milliardäre. Milliardär wird man nicht durch Menschenfreundlichkeit, nicht durch soziales und rücksichtsvolles Handeln, sondern hauptsächlich durch Rücksichtslosigkeit und durch Skrupellosigkeit, und das durchgehend und aktiv und absichtlich. Es gibt ja auch keine liebevolle Vergewaltigung oder eine fürsorgliche Ermordung oder eine kosende Verprügelung. Leute, lasst euch nichts erzählen, das sind rücksichtslose Ausbeuter, die ihr Geld nicht vom lieben Gott bekommen haben, weil sie so heilig sind.

Aber ich befürche, die Leute werden darauf reinfallen, wie sie auch auf Obama und schon bei der letzten Wahl auf Sanders und auf Trump reingefallen waren. Das liegt daran, dass sie nach einem starken Mann verlangen, der die Sachen wieder in Ordnung bringt, und der dann auch immer gewählt wird und garnichts in Ordnung bringt, sondern alles noch schlimmer macht. Die Leute sind hierarchische Strukturen gewohnt, die brauchen und wollen das, die könnten doch mit echten demokratischen Verhältnissen garnichts anfangen, so als gelernte Konsumenten, die gewaschen werden wollen, aber dabei nicht nass werden wollen. Das ist doch in Deutschland auch nicht anders. Seit Jahrzehnten werden dort immer wieder die gewählt, die die Scheisse überhaupt erst angerührt haben. Die Leut wählen CDU und CSU, weil sie es so gelernt haben, und sie wählen SPD, weil sie gelernt haben, das sei die Arbeiterpartei, und sie wählen FDP, weil sie sich für was besserers halten, und sie wählen die LINKE, weil sie gar nicht wirklich genau wissen, was Links eigentlich ist. Und sie wählen AfD, weil sie nur Stroh im Kopf haben. Wer durch dieses Raster fällt, gehört einer so kleinen aufgewachten Minderheit an, die kann praktisch garnichts ausrichten, die sieht und hört man nicht, die hat keine Zeitungen und keine Fernsehkanäle.

Alles zu erst einmal sehr einleuchtend und ich begrüße ausdrücklich solche Beiträge, von denen auch ich manch vielleicht gar nicht lese, obwohl sie interessant sind.

Also:

Milliardär wird man nicht durch Menschenfreundlichkeit, nicht durch soziales und rücksichtsvolles Handeln, sondern hauptsächlich durch Rücksichtslosigkeit und durch Skrupellosigkeit, und das durchgehend und aktiv und absichtlich.

Etwas sehr grobschnittig oder....Geld bekommt man nicht immer nur durch Ausbeutung, diese mag dem Erwerb vorausgegangen sein. So weit glaube ich nachvollziehbar.

Und was sind denn bitte defizitäre Erfahrungen für viele in Europa, außer noch ein Wunsch nach einem gewisses "Lebensgefühl" , welches sich eher aus anarchischen Bedürfnissen speißt, als dialektisch begründet ist.

Marx hatte eine Vision und war betroffen von der Exploitation des Menschen durch den Menschen. Heute findet die Revolution aber immer noch nicht in den am weitest entwickelten Ländern statt, nein sie findet immer noch überhaupt nirgendwo statt.

Armut erzeugt kein Potenzial zu irgendeiner Revolution....sei sie auch noch so optimistisch vorgestellt. Punkt.

Wer durch dieses Raster fällt, gehört einer so kleinen aufgewachten Minderheit an, die kann praktisch garnichts ausrichten, die sieht und hört man nicht, die hat keine Zeitungen und keine Fernsehkanäle.

Und wer immer noch glaubt, dass "Stroh im Kopf" weniger wird, der irrt sich gewaltig.

Was haben sie denn für eine Idee von einer "revolutionären Avangarde" ?

Nur mal so eine Frage....

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