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  • Tinker666

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Die versteckte Währungsreform

Beinahe unbemerkt von der Weltöffentlichkeit spielte sich vor fast 40
Jahren eine GLOBALE Währungsreform ab, die bis heute Auswirkungen
zeigt.

Mitten im Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1944, fand im Hotel Mount
Washington in dem Ort Bretton Woods (New Hampshire/USA) eine
Währungs- und Finanzkonferenz der UNO mit 730 Vertretern aus 44
Staaten statt.

Das auf der Konferenz unterzeichnete Abkommen diente der Neuordnung
der Weltwirtschaft und bildete die Grundlage für eine neue
Weltwährungsordnung mit festen Wechselkursen. Mit dem Abkommen wurde
das internationale Währungssystem von Bretton Woods geschaffen.
Aufgrund des verlorenen Krieges trat die Bundesrepublik Deutschland
erst im Jahre 1949 bei.

Die Amerikaner machten alle Währungen von sich abhängig

Der US-Dollar als Leitwährung stand im Mittelpunkt. Dessen Wert war
gegenüber dem Gold auf 35 US-Dollar je Unze Feingold (1 Unze = 31,104
Gramm) festgelegt. Seitens der US-Zentralbank bestand die
Verpflichtung, Dollar in Gold einzulösen. Die Wechselkurse aller
anderen Währungen wurden gegenüber dem US-Dollar fixiert und die
Zentralbanken der teilnehmenden Länder verpflichtet, durch ihre
Geldpolitik (insbesondere durch Käufe und Verkäufe einheimischer
Währung gegen US-Dollar) diese Wechselkurse innerhalb einer
Bandbreite von einem Prozent zu stabilisieren.

Die Bretton-Woods-Organisationen bzw. -Institutionen waren die
Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF). Teil des Systems
war der sogenannte »White-Plan«, der den US-Dollar als Leitwährung
zementierte. Dadurch waren die USA völlig autonom in Bezug auf ihre
Währungs- und Geldpolitik. Die Amerikaner hatten es somit geschafft,
alle Währungen von sich abhängig zu machen.

Der US-Dollar nahm in diesem System eine Sonderstellung ein, in der
sich die Stärke der USA widerspiegelte, und erhielt als Reserve für
die Währungsschöpfung den gleichen Status wie Gold.

Die Geburt des »Fiat Money«

Charles de Gaulle, der französische Staatspräsident, war der Erste,
der sich gegen diesen »Dollar-Imperialismus« auflehnte: 1969 wollte
Frankreich seine Dollarreserven in Gold einlösen. Doch die
Goldreserven der USA reichten nicht einmal aus, um die Forderungen
dieses einen Landes zu erfüllen. So verkündete Präsident Nixon am 15.
August 1971, dass die USA den Zentralbanken fortan nicht länger
automatisch Gold gegen Dollars verkaufen würden und durchtrennte
damit die letzte verbliebene Verbindung zwischen Dollar und Gold. Das
hieß nichts anderes, als dass Banken und Privatleute, die Dollars
besaßen, durch die einseitige Ankündigung des Präsidenten quasi über
Nacht ihres vertraglich besiegelten Anrechts auf Gold beraubt worden
waren und die Amerikaner gleichzeitig die Schleusen für die
Währungsinflation öffneten. Fortan konnte Geld auch ohne Goldreserven
geschaffen werden – das war der Beginn des »Fiat Money«, das die Welt
bis heute fest im Griff hat.

Nixon erpresste die Welt

Nixon verkündete zudem eine zehnprozentige Besteuerung sämtlicher
Importe in die USA, die so lange in Kraft bleiben sollte, bis sich
die Länder dazu bereit erklärten, ihre Währungen gegenüber dem Dollar
aufzuwerten.

Die Erpressung wirkte: Im Dezember 1971 kam es in Washington
schließlich zu einer internationalen »Einigung« über die
Neufestlegung der Wechselkurse, dem »Smithsonian-Agreement«: Der
Dollar wurde um durchschnittlich acht Prozent abgewertet und die
zehnprozentige Importsteuer, welche die USA zur Erzwingung dieser
Maßnahme verhängt hatte, wieder aufgehoben. 

Doch Nixons erpresserisches »Währungsabkommen« hatte nicht einmal 15
Monate Bestand, denn wieder zwangen Spekulanten die mächtigen
Amerikaner in die Knie: Anfang Februar 1973 setzte eine riesige
Spekulationswelle gegen den Dollar ein. Daraufhin wurde sogar der
Devisenmarkt geschlossen, damit die USA und ihre wichtigsten
Handelspartner über Stützungsmaßnahmen für den Dollar verhandeln
konnten. So wurde am 12. Februar 1973 eine weitere Abwertung des
Dollars um zehn Prozent bekannt gegeben.

Kaum hatten die Regierungen der Wiedereröffnung des Devisenmarktes
zugestimmt, setzte die Spekulation gegen den Dollar wieder ein. Die
europäischen Zentralbanken kauften 3,6 Milliarden Dollar auf, um eine
Aufwertung ihrer Währungen zu verhindern.

Am 1. März 1973 wurde der Devisenmarkt abermals geschlossen. Als er
am 19. März wieder geöffnet wurde, gaben die Industrieländer die
Wechselkurse ihrer Währungen aufgrund der unkontrollierbaren
spekulativen Kapitalbewegungen gegenüber der US-Währung frei. Das
bedeutete das Ende der festen Wechselkurse, das Ende des »Diktats des
Dollars« und des Bretton-Woods-Systems.

Die Entkoppelung aller Währungen vom Gold war de facto eine
»versteckte« Währungsreform aller damals an den US-Dollar gebundenen
Währungen. 

http://info.kopp-verlag.de/news/die-versteckte-waehrungsreform.html
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