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  • Crissov

652 Beiträge seit 27.03.2001

Selbstverständlich

Natürlich fördert die BMGF die forschenden Unternehmen, weil sie eben
einen anderen, rationaleren, marktwirtschaftlicheren Ansatz zur
„Weltrettung“ verfolgt als die meisten NGOs. In diesem Ansatz ist es
offenbar wichtiger, die Ernährung und die Gesundheit von zukünftig 10
Milliarden oder mehr Menschen zu sichern, als mehr oder weniger
traditionelle kleinbäuerliche Strukturen oder natürliche
Erbinformationen unverändert zu erhalten. Ich habe nicht das Gefühl,
Gates und Co. würden diese Einstellung verheimlichen, schließlich
stehen sie (aus Erfahrung) dahinter.

Man mag den Kulturverlust bzw. Gesellschaftswandel bedauern, was
scheinbar vor allem diejenigen tun, die sich nach dem „einfachen“
Leben sehnen, in dem es so viel einfach wäre, glücklich zu sein, als
in unserer hochkomplexen „Ersten Welt“, wo es die entsprechenden
Veränderungen (von innen heraus) schon vor 50 oder 200 Jahren gab.
Letztlich ist beides Kulturimperialismus.

Die Gesellschaften des „Globalen Südens“ müssen und können nicht
genauso werden wie die des „Globalen Nordens“, aber wenn sie so
bleiben wie sie sind oder zu dem zurückkehren wollen wie sie waren,
dann werden sie immer einseitig abhängig bleiben und können auch
niemals ähnliche Gesundheits-, Freiheits- oder Luxusstandards
erreichen. 

Hans Rosling würde hier einwenden, dass manche sog. Drittweltländer
bereits eine höhere Lebenserwartung und Durchimpfungsrate oder
geringere Säuglingssterblichkeit haben als manches Industrieland. Das
sind überwiegend diejenigen, die sich bereits verändert (und das
heißt nicht zwingend: „angepasst“ oder „unterworfen“) haben. Den
„Globalen Süden“ gibt es nicht (mehr)!

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