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Re: Es wird einfach zuviel gearbeitet.

biomuell schrieb am 24.03.2016 00:53:

Wenn so viel Arbeit unnötig ist, wäre es doch für Unternehmen ein massiver Marktvorteil, wenn sie deutlich weniger Stunden bezahlen zum Erledigen der nötigen Arbeit zu zahlen sind, weil die unnötige Arbeit abgeschafft wird. Gib also Unternehmern ruhig mal Tipps, wo unnötige Arbeit in ihren Unternehmen zu finden ist :-) - die Gewerkschaften sind da nun wirklich eher die falsche Adresse.

Du machst den Fehler, daß du davon ausgehst, daß Unternehmen tatsächlich ausschließlich nach den Regeln arbeiten, welche von konventionellen ökonomischen Theorien postuliert werden. Dabei wird total vergessen, daß wir zuallererst soziale Wesen sind, weswegen die Struktur von Unternehmen stark von Psychologie und Soziologie bestimmt wird. Davon mal abgesehen gilt aber auch, daß Bürokratien mit der Zeit zur Wucherung neigen, unabhängig davon, ob es staatliche oder private Bürokratien sind. Selbst in großen zivilgesellschaftlich organisierten Vereinen kann das zu einem Problem werden. Und Bürokratien erzeugen mit der Zeit mehr und mehr künstliche Arbeit ohne nennenswerten Nutzen.

Ebenso: Ich glaube, wenn du den Arbeitgebern hinreichend viele für den Job qualifizierte Fachkräfte liefern kannst, ließen sie sich durchaus ggf. darauf ein, dass wir, sagen wir, eine 39-Stundenwoche auf 3 Mitarbeiter mit 13 Stunden verteilen. Das Problem dürfte eher darin bestehen, dass der Lohn/das Gehalt, welches am Ende auf dem Bankkonto ankommt (in erster Näherung ein Drittel des "39-Stundenwoche-Gehalts"), wohl nicht den eigenen Vorstellungen von Lebensstandard entspricht. :-(

Wie gesagt: Wenn die Gewerkschaften wirklich stark wären, dann würde auch entsprechend Druck auf die Politik ausgeübt für die Einführung eines Mindestlohnes, der sich auch bei einer 13-Stunden-Woche noch lohnt. Davon mal abgesehen ist der Lebensstandard der Mittelschicht in der industrialisierten Welt seit dem 2.WK total explodiert und hat schon lange ein Niveau erreicht, das aus rein ökologischen Gründen unmöglich haltbar ist.

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