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Re: warum keine Subventionierung oder Diskriminierung? Energiecharta

Walter-HB schrieb am 01.02.2020 18:42:

Warum soll das, was Sie "fairen Wettbewerb" nennen, gut sein?

Weil Attribute wie "gut" oder "schlecht" rein subjektiv und willkührliche Attribute sind und daher zu vermeiden sind.

Wenn Sie sinnerfassend lesen können, werden Sie feststellen, dass ich von Fairness und nicht von guten Wettbewerb geschrieben habe. Ein fairer Wettbewerb muss nicht gut sein, er muss auch nicht schlecht sein. Am besten vergessen Sie diese persönlichen Standpunkteinteilung wie "gut" oder "schlecht" komplett, denn das führt zu nichts.

Fair heisst in diesem Zusammenhang, dass alle (Energieanbieter/lieferanten) die gleichen Chancen bekommen sollen. Gleiche Chance heisst in diesen Detailpunkt auch: gleiche Subventionen pro Energiemenge (Liefermenge) egal wie technologisch gelöst. Also egal ob Fracking-Gas oder Photovoltaik, Kernkraft oder Windradln: Alle bekommen pro kWh gelieferter Energiemenge exakt die gleichen Subventionen, welche auch 0 sein können, aber dann auch für alle. Das ist fair.

Ob das nun gut oder schlecht ist, kommt auf den eigenen Standpunkt an: Ist der eigene Standpunkt ein Windradl-Betreiber wird der lautstark das Beämpfen und die Angst vor dem Klimawandel und CO2 schüren. Denn der verliert massiv Einnahmen aus Förderungen und Zuwendungen vom Staat. Und das ist auch die Reaktion die man hier so bermerken kann.

Aus welchem Grund sollte eine Gesellschaft nicht manche Energien fördern und andere diskriminieren?

Weil es schlicht "keine Gesellschaft" als Entscheidungsträger gibt, die das könnte. Diese Gesellschaft als Ganzes ist nur eine Fiktion, somit kann die auch nichts entscheiden. Auch nicht, wer welche Förderungen (warum?) bekommen sollte.

Was es hingegen gibt: Es gibt einzelne Personen mit Partikulärinteressen und verschieden hohen Einfluss auf Entscheidungen in der Gesellschaft. Es gibt aber nicht "die Gesellschaft" als eine Art Genossenschaft die das gesamtheitlich entscheidet.

Die Folge ist damit, dass sich *immer* unfaire Bedingungen am Martk durchsetzen. Jene deren Partikulärinteressen von den einflussreichsten Gesellschaftsmitgliedern kommen, und nicht von der Gesellschaft. Ich darf annehmen, dass Sie den Unterschied geistig erfassen können.

Und damit wird der Korruption Tür und Tor geöffnet. Und genau das ist in Realpolitik auch massiv zu beobachten.

Daher bitte nicht auf "gut" und "schlecht" abzielen, was immer den Standpunkt (Ideologie) einzelner Personen und deren Einfluss auf Entscheidungen spiegelt. Sondern auf fair, im Sinne von Gleichheit. Eigentlich genau das, wie schon erwähnt, was gerade Sozialisten immer wieder predigen, aber real dann in der Umsetzung seit runden 250 Jahren, weltweit und an hunderten Beispielen in Praxis, nie geschafft haben und immer scheitern: Gleichheit. Nicht aus ideologischen Gründen die einen bevorzugen und besonders fördern und die anderen ausbremsen, denn das ist genau das Gegenteil davon.

Aber kommen Sie bitte nicht mit der "Weisheit der Märkte"

Die Märkte haben keine Weisheit. Der Markt ist ein ausgesprochen komplexer, manchmal chaotischer Regelkreis. Und genau das, dieser Regelkreis und die Rückkopplung darin, ist der Vorteil vom Markt: Im Gegensatz zu den ideologischen Verblendungen einzelner Personen die glauben zu wissen was "gut und was schlecht" sein soll, weiss der Markt eben gar nichts.

Sondern der Markt regelt sich, durch die Rückkopplung zwischen Angeboten und Nachfragen, selber auf ein/mehrere Optimum/Optima ein. Eine Bedingung, damit die Besten Angebote sich durchsetzen können ist dabei Fairness. Also Chancengleichheit. Und das ohne ideologische Schranken und ohne Denkverbote.

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