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Re: Die Frage ist halt: Was kommt danach? Wie soll der Corona-Restart aussehen?

RalphIIIHarzIV schrieb am 21.04.2020 17:25:

Die Frage ist halt:

Was kommt danach?

Was ist der Plan der Eliten? (so es einen gibt)

Irgendeine Idee für den Neustart muß es ja geben.

naja, ich bin nur ein kleines Licht und habe auch keinen Bock, einen ganzen SF-Roman zu schreiben, in dem das alles nahtlos zusammen passt, aber ich versuch's unten mal kurz ;-)

Nach dem 2. Weltkrieg gab es Währungsreform, Wiederaufbau und Wirtschaftwunder.

Geplant (für DE) war die "Soziale Marktwirtschaft": Das Skript hatte Erhard in den letzten Kriegsjahren für die deutsche – immer noch "nationalsozialistische"! – Wirtschaft nach dem Krieg ausgearbeitet.
Konnte dann ja auch bruchlos realisiert werden, weil die wichtigen Leute (= Wirtschaftsbosse und -eigentümer) weiterhin dieselben waren. Das an der Spitze im politischen Apparat Leute ausgetauscht werden mussten (bezeichnenderweise gegen Leute aus der zweiten Reihe, die schon zuvor das System mitgetragen hatten), zeigt und bestätigt nur, wie austauschbar die Funktionseliten als Marionetten der wirklich Mächtigen tatsächlich sind.

Aber sowas passiert natürlich nicht von alleine.

Nee, diesmal mussten die Amis helfen. Es gab ja auch die Option, aus DE einen Agrarstaat zu machen und/oder eine neutrale Zone zwischen den blöcken (Stalins Vorschlag). Aber man wollte eben lieber eine "Speerspitze" gegen die asiatischen Untermenschenhorden haben … also war man zu Zugeständnissen an dieselben deutschen Eliten bereit, mit denen man vorher gut zusammengearbeitet hatte und die ein paar Tausend "verzichtbare" Amerikaner hingemetzelt hatten …

Also wenn das Ganze geplant wäre, so müsste es da schon konkrete Pläne in den Schubladen der Mächtigen für einen Restart geben, das ist klar.

Ich glaube, da überschätzt Du sie etwas.
Kennt irgendjemand konkrete Pläne, die z.B. vor dem 1. oder 2. WK in den Schubladen lagen? Erhard schrieb seinen Entwurf erst so um 1943, als der "Untergang" eigentlich schon absehbar war.
Selbst wenn, dann hätte man jederzeit leicht sehen können, dass der Traum, das halbe (oder ganze – bis zum Ural) Europa dauerhaft militärisch zu beherrschen vollkommen schwachsinnig sein musste und nicht zu realisieren war.
Hat das irgendjemand in der deutschen Elite davon abgehalten, die Kriege anzuzetteln? Nein.
Kein Plan. Erstmal drauf los … und dann mal sehen.
(Im Übrigen wäre das ein weiteres Argument für meine auch hier mehrfach geäußerte These, dass der Krieg im Spätkapitalismus vor allem um des Krieges willen geführt wird, weil er das mit Abstand beste "Geschäft" ist.)

Anders würde das für die Mächtigen und Reichen und die westlichen Eliten keinen Sinn ergeben!

Es ergibt für sie auch keinen Sinn, den Planeten bzw. dessen für Menschen lebensnotwendige Umwelt zu zerstören.
Und trotzdem tun sie's.
Einige mögen meinen, sie könnten abhauen und in der Umlaufbahn oder auf dem Mars, in Bunker auf Neuseeland oder sonstwo "überwintern" oder gleich ihren ach-so-genialen Geist in Computer transferieren zu lassen. All das wird nicht klappen – und, wenn es klappen soll, mehr kosten, als die Klimakatastrophe zu verhindern.
Aber die denken eben, wie alle "guten" Kapitalisten: "Nach mir die Sintflut! (Hauptsache, wir machen dabei mehr Gewinn als die anderen!)"

Nur einfach die Weltwirtschaft zu crashen und dann mal gucken, was kommt (aber ohne Vorbereitung), kann ich mir ehrlich gesagt nicht so ganz vorstellen ...

also, hier ein Szenario:

Sie verkriechen sich in ihren Bunkern in Neuseeland (der Exodus hat in den letzten Tagen schon angefangen) und warten ab. Wenn das Virus die Dritte Welt überschwemmt, in der es gar kein Gesundheitssystem gibt, das zusammenbrechen könnte, wird das zu einer "gewünschten" Bevölkerungsreduktion führen, die ohnehin besonders in den USA von den "Eugenikern" (viele davon gleichzeitig in Regierung und Geheimdiensten => Tiefer Staat) seit über 100 Jahren propagiert wird.

Die Eliten könnten dann abwarten in ihren Bunkern, wie sich die Situation in der restlichen Welt entwickelt. Wenn es stimmen sollte, dass das Virus auch bei Leuten schnell wiederkehrt, die bereits erkrankt waren, d.h., dass es sich entweder wie Herpes irgendwo im Körper verstecken und jederzeit wieder ausbrechen kann, oder aber, dass es praktisch keine Immunität gibt, dann wäre das eine "dauerhafte" Gefahr, wie sie sich jede Diktatur nur wünschen kann (und wofür Orwell den Krieg zwischen den Weltregionen, die USA den gegen die Drogen und dann den gegen den Terror erfunden haben).
Wenn wir den Eliten mal die Boshaftigkeit zutrauen, die für solche Fälle in dystopischen SF-Romanen/Filmen "Standard" ist, dann haben sie einerseits die Mittel, das Virus noch viel tödlicher zu machen, falls die Bereitschaft der westlichen Bevölkerung zur Unterordnung "nachlassen" sollte, und/oder sich einen "privaten" Impfstoff zu schaffen bzw. ein Gegenmittel. Das bekommt dann nur der verabreicht, der sich konform verhält.

Damit kann man dann also eine "schöne" Weltdiktatur der Eliten aufbauen, in denen sich z.B. das Problem nicht mehr stellt, wie man die eigenen Garden davon abhalten soll, sich nicht gegen die Eliten zu wenden: Das war bekanntlich ein Hauptproblem bei dem Treffen eines sehr kleine Kreises Superreicher mit einem "Zukunftsforscher" vor ca. 2,5 Jahren, von dem gelegentlich berichtet wurde. (Das andere war, wo auf der Welt man beim Zusammenbruch der Zivilisation am sichersten wäre. Alaska und vor allem Neuseeland waren da wohl die Präferenzen.)
Die Bevölkerung würde mit dem (mit herkömmlichen Methoden) nicht mehr ausrottbaren Virus ständig in Schach gehalten, bei Aufständen käme die tödlichere Variante zum Einsatz, und die Herrschaft würde durch die Verfügbarkeit des Gegenmittels gesichert. Und so könnte man die Massen zu ewiger quasi unentgeltlicher Arbeit zwingen, sich selbst in den "Bunker"-Paradiesen einigeln, es sich gut gehen lassen und sich noch dazu überall frei bewegen, was man der Bevölkerung leicht verbieten könnte – ihr droht ja überall das Virus. Klar, die eigentliche Ökonomie aus kapitalbasierter Produktion in Konkurrenz, die Profit abwerfen soll/muss, wäre dann überflüssig. Aber wenn die großen Firmen oder evtl. auch sich absprechenden Konglomerate jetzt eh schon keine ernsthafte Konkurrenz mehr haben, wäre das sowieso der nächste logische Schritt – wenn man eine totale Vergesellschaftung, zu Anfang mit einem landes-, dann weltweiten Grundeinkommen (also "Kommunismus") als Alternative ausschließen will. Wenn man sich anschaut, welche wirklich marktbeherrschenden Firmen es noch gibt, kommt man doch bestenfalls auf 1-2, in einzelnen Branchen auf eine Handvoll – und in diesen allen steckten Blackrock und die 2-3 anderen "Beteiligungsfirmen" drin, die gerade Riesengewinne einfahren. Denen ist es doch jetzt schon völlig egal, wo Du Dein Auto, Dein Essen oder Dein Smartphone kaufst und bei wem Du Deine Wohnung mietest.
Wenn man dann noch komplett auf "bargeldlos" umstellt, hat man jeden Einzelnen (neben der ständigen Abhängigkeit vom Virus-Gegenmittel) vollkommen in der Hand.
Und so leben sie (= die Eliten) glücklich und zufrieden bis an ihr Ende, und wenn sie nicht sterben, leben sie noch viel länger … bis der SF-übliche Held erscheint, der durch eine Mutation immun ist und die Welt zum Widerstand aufstachelt und zum Sieg führt.

Also: Alles wird gut … ;-)

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