Avatar von lemmycaution3
  • lemmycaution3

735 Beiträge seit 07.12.2015

nun also

2007 lud ich mir diese Alo Presidente Sendungen runter. Chávez gab damals den politischen Sonntag-Morgen Unterhalter. In den 3,5 bis 5 Stunden erklärte er die Welt, machte untergebene Minister zur Sau und eröffnete verschiedene Produktionseinrichtungen. oft zur Weiterverarbeitung von Lebensmitteln. Was wohl aus diesen Orten geworden ist? Jemand sollte sie besuchen und ein Buch drüber schreiben. Vermutlich ist von den Inca in Peru mehr übrig als von der "sembrar el petroleo" Phase der Bolibananischen.

Mir war nach 10 Minuten meines ersten Alo Presidente klar, dass dies in einem Desaster enden wird. Chavéz besass mit seinen erratischen Ideen und der Wucht seiner Energie ja noch einen gewissen Unterhaltungswert. Aber das Mamut Maduro? Der fiese Diosdado? Die Typen hatten einfach nicht einmal Interesse an praktischer Politik.

Und die vielen, ach so akademischen Fans aus dem Ausland? Die konnten in diese extrem heterodoxe und erratische Bewegung hineinschreiben, was ihnen gerade durch den Kopf ging. Das erschien mir weit weg von ernsthafter Auseinandersetzung und Analyse. Sicher entstand die Faszination auch, weil hier ein sich irgendwie marxistisch und schwer links gebender Politiker Zugang zum Herzen des Volkes fand. Aber spielten nicht vielleicht gewisse pekuniäre Anreize eine gewichtigere Rolle? Die engen Beziehungen des CEPR Weissbrots mit dem staatlich-bolibananischen VIO (http://www.vcrisis.com/?content=letters/200606050933), die Zahlungen an Monedero für seine Wissenschaftliche Beratertätigkeit, deren Einkünfte er den Steuerbehörden zunächst nicht mitteilte (http://politica.elpais.com/politica/2015/02/06/actualidad/1423241975_247178.html). Es bleibt zu hoffen, dass im Zuge des Zusammenbruchs des Chavismo noch mehr von diesem Zeugs an das Licht der Öffentlichkeit dringt.
Das Neue Deutschland hat mich dank ihrer oft hintergründigen und oft kritischen Artikel zum Thema in den letzten 3 Jahren übrigens beeindruckt. Ein solcher Journalismus steht der wichtigen und nicht nur düsteren marxistischen Tradition in Deutschland wesentlich besser zu Gesicht als eine gewisse andere sehr spezielle Publikation.

Nun sollte es erst einmal darum gehen, dass die Politischen Gefangenen freikommen. Im nächsten Schritt sollten dann die Maduros, Jauas, Cabellos, El Aissaimis, Bernals, Flores und sonstige bolibananischen Helden soweit wie möglich von jedweger Politischen Verantwortung entfernt werden. Weil die vergeuden mit jedem Tag Unsummen von Geld. Venezuela wird für den Neustart dringend auf alle dann noch zur Verfügung stehenden Mittel angewiesen sein.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (07.12.2015 20:02).

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