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  • Naves

693 Beiträge seit 31.08.2017

Winkel, der mir dereinst begründete,

dass das Verblutenlassen einer palästinensischen schwangeren Frau an einem Kontrollpunkt notwendig sei, um eine neue Shoa zu verhindern, Winkel, den ich als vollkommen empathiefreien Ideologen erlebt habe, wieder mal unterwegs als Kämpfer für das Gute ganz allgemein und für Menschlichkeit und Brüderlichkeit speziell - schön eine solche Wandlung erleben zu dürfen......

Immerhin ist er einer der ersten Lohnschreiber, die die Meldung aufgreifen, dass die Frau, die das Hasevideo drehte, festgestellt wurde.
Er mault zwar rum, dass die Journalisten, die das konnten und publizierten, sich ausgiebig selber loben, verzichtet aber auf die so sehr naheliegende Frage, warum die Staatsanwaltschaft das nicht vermochte. Schätze, weil er die naheliegende Antwort nicht mochte - weil sie es nicht wollte oder sollte. Die Amateurfilmerin bestätigt das, was man als Zuschauer des Videos nicht nur ahnte: eine Menschenjagd, für die das Video bisher der einzige handfeste Beweis sein soll, auch wenn man das als zunächst unvoreingenommener Betrachter nicht nachvollziehen kann, gab es da nicht. Und ihre Erzählung ist im Zusammenhang mit den vorliegenden Bildern plausibel. Bis hin zur Mahnung, dass Hase zurück soll.

Ich schrieb es schon vor Tagen, dass ich nicht in Chemnitz war und nicht behaupte zu wissen, was da geschehen ist. Und ich schrieb auch, dass ich einiges aus dem Chemnitzer Fußballumfeld erlebte und denen - oder Teilen von ihnen - durchaus Übles zutraue, wenn sich die Möglichkeit ergibt, auf den Putz zu hauen. Aber was ich mir denken kann und was tatsächlich geschah, sind allemal sehr verschiedene Dinge.

Nur um so mehr die Geschichte von den Hetzjagden in den journalistischen und politischen Erzählungen, so wie bei Winkel, zur Tatsachenbehauptung wird, um so mehr wachsen meine Zweifel. Die glauben, was sie glauben wollen und erzählen das, was wir glauben sollen.

Um übrigen aber ist der Vorwurf, der in den Kommentaren auftauchte, dass der Kanzlerbesuch eine inszenierte Propagandashow nach DDR-Vorbild war, nicht gerechtfertigt. In der DDR hätte es keine am Rande stattfindenden Proteste gegeben.

Außer ganz zum Schluss.......

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