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  • Biedermännchen

18 Beiträge seit 11.05.2020

Das Defizit der Lockdown-Kritiker: Beweise fehlen - Indizien reichen nicht!!!

Jeder der sich mit der COVOD-19 Pandemie befasst, wird sich unweigerlicch irgendwann die Frage stellen, ob die Pandemie real - oder das Ergebnis einer Verschwörung ist. Denn es gibt dazu alle möglichen Beiträge und Meinungen unterschiedlichster Leute von ganz schräg bis völlig unbedarft.

Ich gebe zu, dass etwa die Idee einer von der Pharmaindustrie inszenierten, weltweiten Pandemiepanik spannend ist und sicher vielen Menschen aus der Seele spricht, da sie schon lange das eine oder andere Komplott (ich vermeide hier bewusst ein anderes Wort ) vermuten. All diesen Ideen und Vermutungen ist gemeinsam, dass sie immer nur Indizien präsentieren, aber keine Beweise liefern. Das macht sie angreifbar für Verleumdungen aller Art. ( Verschwörungstheoretiker, Antisemitismus etc.).

Hierbei stellt sich für mich eine elementare Frage: Warum ergreifen auch arme Länder wie Kuba, Venezuela oder Nicaragua die gleichen harten Maßnahmen gegen die Pandemie wie reiche Industrieländer?
http://de.granma.cu/cuba/2020-04-28/vor-covid-19-keine-leichtfertigkeit-zulassen

Diese Länder dürften kaum ein Interesse daran haben, ausgerechnet die finsteren Pläne von Bill Gates zu unterstützen und ihre eigene Wirtschaft dabei abzuwürgen. Ich bin daher sicher, dass das Virus vor allem noch viel zu unerforscht ist, um eine abschließende Beurteilung hinsichtlich seiner Gefährlichkeit abgeben zu können.

Kein verantwortungsbewusster Politiker oder Virologe kann deshalb hier und heute ernsthaft behaupten, dass COVID-19 nur wie eine normale Grippe ist und dass Schutzmaßnahmen unangemessen sind. Ob das so bleibt ist eine andere Frage.

Neue Gruppen wie "Widerstand 2020" halte ich für besonders bedenklich. Hier wirken viele Anhänger fanatisch und äußerst unsachlich mit einem Hang zum Religiösen. Man gerät schnell in die Gesellschaft von Leuten, die ich nur noch als Fälle für den Psychiater ansehen kann.

Bei "Widerstand 2020" wimmelt es zum Einen nur so von Teilnehmern, die sich alles erzählen lassen, wenn es in ihr Weltbild passt. Ich habe z.B. einige Bekannte mit esoterischen Präferenzen bzw. ich kenne Leute mit eindeutig rechter bzw. faschistoider Gesinnung, die auf die Aussagen eines Bodo Schiffmann(Sinheim) oder einer RA Bahner voll abfahren. Das ist symptomatisch. Herr Schiffmann selber ist vermutlich weder das eine noch das andere. Aber er zieht eben eine bestimmte Klientel an und muss sich fragen, ob er seine Kritik nicht anders lanciert. Und eine neue Partei, die nur ein Thema hat, geht entweder schnell wieder kaputt oder wird von Leuten gekapert, die ganz andere Ziele verfolgen. Ich verweise hierzu auch auf einen aktuellen Sputnik Artikel:
https://de.sputniknews.com/deutschland/20200506327042406-widerstand-2020-protestbewegung/

Zu "Widerstand 2020" ergeben sich weitere Fragen:
- Wieso spielt sich ein HNO Arzt aus der Provinz zum Experten für Viren auf ?
- Warum stellt sich Herr Schiffmann an die Spitze einer diffusen Bewegung und erweckt den Eindruck, als wenn alle offiziellen Maßnahmen gegen die Pandemie das reine Komplott wären? (Was nicht heißt, dass es da nichts zu kritisieren gibt)
- Wieso zieht eine Anwältin Bahner vor das BVerfG, obwohl sie genau weiß, wie in Deutschland der Klageweg auszusehen hat und dass das BVerfG garnicht anders konnte als ihre Klage abzuweisen. Anschließend sich selbst als Opfer - und den Rechtsstaat infrage zu stellen, ist nicht seriös.

Sicher kennen viele das Buch "Schockstrategie" von Naomi Klein. Es hat den Charme, dass es ganz ohne "Verschwörungen" auskommt und daher auch kaum angreifbar ist. Es deckt sich auch mit den Büchern und Aussagen des Nobelpreisträgers Josef Stiglitz ( "Schatten der Globalisierung") bzw. ex-NSA Agenten John Perkins.("Confessions of an economic hitman"). Mit dem Buch wird deutlich: Es gibt viele Interessengruppen in der Welt, die vermutlich auch die COVID-19 Pandemie für ihre Zwecke in diesem Sinne nutzen werden - sozusagen als Mitnahmeeffekt. Das halte ich für wesentlich plausibler als ein im Vorfeld geplantes aber kaum nachweisbares Komplott. Aber auch hier gilt: Zu allen Anschuldigungen müssen Beweise vorgelegt werden.

Aus all dem folgt für mich, dass Spekulationen über irgendwelche Anschläge auf die Freiheit der Menschen mit Vorsicht zu genießen sind und zwingend Beweise erfordern, bevor man sich so in Szene setzt, wie dies am letzten Wochenende passierte. Seriöse (alternative und Mainstream) Medien dürfen sich erst positionieren, wenn die Sachlage klar ist, wenn also Beweise vorliegen.

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