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  • Stasi

mehr als 1000 Beiträge seit 01.10.2003

nein, Bill Gates muß für einen Auftritt im ÖR nicht gewählt sein

auch die Macher der Tagesschau sind nicht gewählt und brauchen das nicht zu sein. Ebenso die Intendanten. Aber dann hört es auf, darüber stehen nämlich die Ministerpräsidenten der Länder mit diesem obskuren Objekt namens "Rundfunkstaatsvertrag". Und die sind gewählt, die schulden Rechenschaft darüber, wer warum wie und wo in diesen entsprechend definierten Medien präsentiert wird. Medien, die im Übrigen per pauschaler Zwangsabgabe (also für alle Menschen ungeachtet der Einkommensverhältnisse in gleicher Höhe, lediglich mit der Option der Befreiung, falls man per finanziellem Offenbarungseid nachweislich bis zum Hals im Dreck steckt). Irgendwie habe ich den Anspruch, für diese Art von Leistung mit einer objektiven Darbietung belohnt zu werden. Dies ist aber nicht der Fall und das weißgott nicht nur im Fall von Herr Gates. Da darf ein Herr Kleber seinen transatlantischen Kumpels eine Platform bieten, auf der sie garantiert frei von kritischen Nachfragen reinste Propaganda präsentieren können und die "Börse im Ersten" liefert Wasserstandsmeldungen, die für ganze 5% der Bevölkerung von Belang sind (die sich zudem ganz sicher nicht über diesen Kanal darüber informieren). Nur um mal zwei Beispiele zu nennen. Objektiv ist da praktisch nichts. Also warum gestatten die Ministerpräsidenten der Bundesländer Herrn Gates einen ebenso von kritischen Fragen verschonten Auftritt in den von ihnen vorstehenden Medien? Wieviele Antworten auf diese Frage gibt es wohl? Wieviele davon sind ansatzweise plausibel? Man kommt nicht umhin feststellen zu müssen, daß hier mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit gezielt Interessen verfolgt werden. Oder sollen wir immer noch glauben, sowas wäre Zufall oder ausgemachte Dummheit? Die Menschen schlucken das wohl zunehmend nicht mehr. Und dafür mußten sie sich gar nicht verändern, oder radikalisieren, wie das heute so schön heißt. Dies hat eine Politik für sie erledigt, der das Vertrauen der Märkte nachweislich mehr wert ist, als das der Bevölkerung. Und der gute Ken hat da wohl den Nerv angebohrt.

Im Übrigen nimmt offenbar die Scheu ab, gemeinsam mit Nazis auf einer Linie zu stehen. Selbst wenn die von links betrachtet der Feind sind, im Angesicht der die Parlamente bevölkernden Heuchler weiß man bei denen wenigstens, woran man ist.

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