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  • sagmalpiep

318 Beiträge seit 05.05.2020

Um den heißen Brei herum

Die geringe Zahl an Obduktionen hielt zudem die Zahl der Corona-Toten niedrig, da nur die als Corona-Tote gezählt wurden, die vorher getestet worden waren. Tote, die keine eindeutigen Symptome zeigten und an der Infektion verstarben, blieben unberücksichtigt.

Hier hat der Professor wohl etwas arg falsch verstanden. Abgesehen davon, dass ich mich frage, welche Symptome Tote denn zeigen können, ging es bei der Fragestellung wegen der Obduktionen um genau die gegensätzliche Erkenntnis, nämlich wie viel von den Verstorbenen mit positiven Testergebnissen tatsächlich an Covid19 starben. Und da schrumpfte die Zahl ganz plötzlich in sich zusammen, wie wir aus Hamburg wissen.
Und was sind für ihn "keine eindeutigen Symptome"? Jemand mit Bauchweh oder einmal Husten, der plötzlich umfällt und stirbt? Eines ist doch wohl klar bei dieser Erkrankung, dass alle Menschen, die daran verstorben sind, vorher eine längere quälerische Phase in der Intensivstation erleiden mußten. Und die wurden alle getestet.
Menschen, die dieser Krankheit in der eigenen Wohnung ausgesetzt waren und daran starben, gibt es auch sehr viele. Allerdimgs wohl kaum in Deutschland, eher in den USA, und beweist die Armutsproblematik dort. Das waren nämlich meist Personen ohne Krankenversicherung.
Also, wie viele und nach welchen Kriterien sollen von den ca. 250.000 Verstorbenen der letzten 3 Monate nach Meinung des Autors zusätzlich obduziert werden, um die exakte Größenordnung der Zahlen zu bestimmen?
Ansonsten ein ziemlich unstrukturierter Beitrag, wischiwaschi um den heißen Brei herum. Keine eindeutige Benennung von Verantwortlichkeiten, bleibt alles im vagen. Naja, vielleicht hat er noch etwas zu verlieren und die Befürchtung, als Verschw... - naja, ihr wißt schon - abgestempelt zu sein. Kann ich ja auch verstehen. Aber dieses Supernarrativ des Jahres mußte natürlich auch noch hervor gekramt werden, obwohl völlig offen bleibt, was er damit meint. Also ich kenne dafür mehrere Beweisführungen, manche eher und andere gar nicht überzeugend. Es wäre doch mal von Interesse gewesen, zu welcher er neigt. Vielleicht zu derjenigen, die das als eine Art neuer Religion betrachtet? Dann hätte er stattdessen "Verschwörungsmythos" benutzen müssen. Aber zumindest hat er durch die Verwendung bewiesen, dass er auf der Höhe der Zeit ist.
Ansonsten finde ich keinerlei Erkenntnisgewinn in dem Geschriebenen. Das alles kann man sich mit genauer Beobachtung selbst erklären.

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