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  • RogerWilco

mehr als 1000 Beiträge seit 23.08.2001

Aktuell aus der häuslichen Altenpflege

In der häuslichen Altenpflege hat man es mit einem erheblichen Risiko zu tun. Eine Einhaltung von Abstandsregeln ist hier in der Regel nicht möglich. Man könnte folglich annehmen, dass höchste Vorsichtsmaßnahmen ergriffen würden. Ich erlebe das Drama gerade aus erster Hand mit. Obgleich der Eintrag des Virus hier verheerende Wirkung entfalten würde, wird über prophylaktische Tests nicht einmal nachgedacht. Man geht ganz bewusst das Risiko ein, dass jemand in den infektiösen Tagen vor Eintritt der ersten Symptome die ganze Station und dutzende PatientInnen infiziert. Tatsächlich werden PflegerInnen immer noch für Kleinigkeiten wie Überwachung der Medikamentengabe zu PatientInnen geschickt, welche auch von Angehörigen übernommen werden können.

Die Leitung des (nicht gerade kleinen) Pflegedienstes verweigert den PflegerInnen selbst die simpelsten Schutzmasken. Aussage hier ist, man wolle unter den PatientInnen eine Panik vermeiden - obwohl diese tatsächlich durchweg positiv auf die Verwendung von Masken reagieren. Außerdem würden die Masken später noch benötigt "wenn es ernst werde". Da bleibt einem wirklich die Spucke weg.

Der daraufhin erfolgte Kontakt zum Betriebsrat zeugte von noch größerem, an Ignoranz grenzendes Unverständnis ob der Situation. Bei der Hotline des örtlichen Gesundheitsamtes erntet man Schulterzucken. Hier weiß man gar nichts genaues. Vermutlich weiß man nichtmal, warum man dort an das Telefon gesetzt wurde.

Mir fällt dazu nichts mehr ein. Die PflegerInnen gehen momentan dazu über, selbst Masken nach bestimmten Kriterien zu nähen.

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