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  • Benz_in_kanister

215 Beiträge seit 05.08.2019

Grundlagen der ökologischen Schweinehaltung

Das sorgt vielleicht für ein wenig Antidummpulver...

Was schreiben die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau vor?

Haltung
Viel Tageslicht, natürliche Belüftung und Auslauf gehören zu den Grundvoraussetzungen in der ökologischen Schweinehaltung. Nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau dürfen maximal 50 Prozent der Bodenfläche mit Spaltenboden versehen sein. Außerdem müssen trockene, eingestreute Liegeflächen vorhanden sein. Leere und niedertragende Sauen sind in Gruppen zu halten. Abferkelbuchten müssen mindestens 7,5 Quadratmeter groß sein. Die Haltung von Ferkeln in Ferkelkäfigen oder Flatdecks und das systematische Abkneifen der Zähne und Kupieren der Schwänze sind nicht zulässig.

Für Ferkel ist eine Mindestsäugezeit von 40 Tagen vorgeschrieben. Deshalb werden im Vergleich zur konventionellen Haltung (Säugezeiten von 21 bis 28 Tagen) mehr Abferkelbuchten benötigt. Um die zusätzlichen Kosten zu reduzieren, wird häufig das Gruppensäugeverfahren angewendet. Nach zehn bis 14 Tagen werden mehrere Sauen mit ihren Ferkeln in einer Gruppe zusammengefasst. Die Ferkel erhalten eine nur für sie zugängliche Ferkelbucht.

Fütterung
Das Futter muss aus ökologischer Erzeugung stammen. Der Zukauf konventioneller, gentechnikfreier Eiweißfutterkomponenten ist gemäß der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau bis zum 31.12.2020 erlaubt. Diese Komponenten dürfen mit einem Anteil von maximal fünf Prozent beigemischt werden.

Tierzukauf
Für die Mast kommen nur Ferkel aus ökologischer Sauenhaltung in Frage. Da eine ausreichende Versorgung mit Ökoferkeln nicht immer gewährleistet ist, müssen sich Mäster frühzeitig um geeignete Ferkel bemühen beziehungsweise langfristige Lieferbeziehungen aufbauen.

Der Zukauf konventioneller, weiblicher Jungtiere zur Zucht (zum Beispiel Jungsauen, Zuchtläufer) ist erlaubt, sofern die Tiere nach dem Absetzen gemäß den Vorschriften der Verordnung gehalten werden. Der jährliche Anteil zugekaufter, weiblicher Zuchttiere darf 20 Prozent des Sauenbestandes nicht überschreiten. Bei Rassenumstellung, Bestandsvergrößerung oder -erneuerung kann der Anteil bei Genehmigung der Kontrollstelle bis auf 40 Prozent angehoben werden. Der Zukauf konventioneller Zuchteber ist erlaubt, da bei Zuchtschweinen das Angebot an ökologisch erzeugten Tieren gering ist.

Tiergesundheit
Ein präventiver Einsatz chemisch-synthetischer (allopathischer) Arzneimittel (zum Beispiel Antibiotika) ist nicht erlaubt. Der Einsatz von Antiparasitika und von Impfstoffen ist erlaubt.
Die Reinigung und Desinfektion ist nur mit den laut EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zugelassenen Mitteln erlaubt.

Die Kastration von männlichen Ferkeln ohne Betäubung bei Tieren bis zu einem Alter von acht Tagen ist auch im Ökolandbau noch erlaubt. Es muss jedoch ein Schmerzmittel verabreicht werden. Einige ökologische Anbauverbände schreiben in ihren Richtlinien eine Betäubung verbindlich vor. Zahlreiche ökologische Ferkelzüchter entscheiden sich inzwischen aber schon freiwillig dafür, die Ferkel vor dem Eingriff zu betäuben. Ab 1.1.2021 wird die Kastration per Gesetz dann nur noch unter Narkose erlaubt sein.

Letzte Aktualisierung 12.11.2019

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