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  • Obergefreiter Dorfl

mehr als 1000 Beiträge seit 13.09.2007

Sollte man wissen, auch wenn es unangenehm ist

Ich kann die Aufregung mancher hier im Forum nicht verstehen. Wer weiter sein billiges Industriefleisch essen möchte, egal wie Mensch und Tier darunter leiden, der soll es doch einfach tun. Die Theken sind voll von diesem antibiotikaverseuchten Fleisch von kranken Tieren und die Lebensmittelindustrie verdeckt alles unter dicker Panade oder versteckt es zu Brei zerkleinert in der Wurst.

Man kann aus dieser Schilderung aber auch erkennen, dass wir insgesamt auf dem Holzweg sind. Die Massentierhaltung hat auch viele Kehrseiten für uns Menschen:

Wir haben qualifizierte Jobs (Metzger und Landwirt sind Meisterberufe) durch Niedriglohn-Jobs ersetzt, von denen unser Arbeitsmarkt nicht mehr profitiert. Das gilt auch für die Feldarbeit.

Das Fleisch hat schlechteste Qualität. Wir essen kranke Tiere, die ohne Sonne, Bewegung, abwechslungsreiche Nahrung und mit Medikamenteneinsatz aufgezogen werden. Es hieß mal "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft". Heute kann man davon krank werden und sich z. B. mit multiresistenten Keimen ausstatten.

Wir zerstören unsere Kulturlandschaften und unsere Umwelt. Auf einem Schild konnte ich lesen: "Wer Schafe auf dem Deich sehen will, der muss Lämmer essen". Ich sehe das genauso! Wenn wir alle Veganer würden, dann würden Kühe und Schweine aussterben und vielleicht nur noch im Zoo zu sehen sein. Statt Großstallungen und Maisfeldern möchte ich lieber Kühe und Schweine auf der Wiese sehen. Durch Monokultur und Massenhaltung töten wir die Insekten und verseuchen unser Trinkwasser mit Nitraten.

Ich möchte beim Essen kein schlechtes Gewissen haben, weder wegen des Tierleids noch weil mir bewusst ist, was ich gerade für einen Müll in meinen Körper verbringe. Ich habe keinen Bock auf Krebs, Demenz oder multiresistente Keime, dazu kenne ich zu viele Fälle in meinem Umfeld. Immer mehr Wissenschaftler sehen eindeutige Zusammenhänge zwischen unserer Lebensweise, der Ernährung und unserem Gesundheitszustand.

Wenn ich das Risiko und mein schlechtes Gewissen durch ein paar Euro mehr für den deutlich besseren Sonntagsbraten und den Verzicht auf tägliches Industriefleisch verringern kann, dann zahle ich das gerne und werde deshalb gleich wieder den wöchentlichen Besuch im Bioland-Hofladen meines Vertrauens machen.

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