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  • wolfdieter

mehr als 1000 Beiträge seit 24.04.2005

Kritik ist keine vollwertige Theorie

Seine theoretischen Aussagen finden kaum noch Erwähnung, seine aktuelle Bedeutung nun schon gar nicht.

Ok also hier in Kürze. Marx hat die bürgerliche Ökonomie untersucht mit der Kernformel G→W→G'. Zur Erinnerung, der Strich rechts oben steht für den Mehrwert (= Zins). Weil jede Gesellschaft auf ihrer Ökonomie fußt, leitet er daraus eine Gesellschaftskritik ab. Eine Kritik – obwohl stimmig – ist keine vollwertige Theorie!

Der Kapitalist setzt sein Kapital (= richtig viel Geld) ein, zahlt außer Produktionsmittel auch den Arbeitslohn (= reicht bis zum nächsten Arbeitstag) und besitzt nach Verkauf der produzierten Ware mehr als vorher (= richtig viel Geld plus Mehrwert).

Woher der Mehrwert kommt, erklärt Marx so: der Arbeiter veräußert als Verkaufsware die Kalorien seines Achtstundentages zum Preis von dessen Reproduktion; der Kapitalist verwendet die Arbeitskraft als Nutzware zur Produktion von seinerseits Verkaufsware.

Klingt reell. Schauen wir weiter.

Der Arbeiter verwendet seinen Arbeitslohn zum Kauf von Lebensmittel (Essen, Familie, Kino).

Betrachten wir seine gekauften Lebensmittel nicht anhand des Preises, sondern der darin enthaltenen Arbeitsstunden (denn sie stammen aus menschlicher Wertschöpfung), und – Überraschung – ihre vergegenständlichte Arbeitszeit beträgt nicht acht, sondern nur zwei¹ Stunden.

Im Beispiel hat der Arbeiter nur zwei Stunden für sich selbst und sechs Stunden für das Kapital gearbeitet.

Das ist des Pudels Kern.

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¹ die Zahl Zwei ist nur eine Hausnummer. Tatsächlich dürfte es weit weniger sein.

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