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  • freudhammer

664 Beiträge seit 14.12.2014

Re: Naturschutz ist hier Hauptursache für den Insektenrückgang!

Hinter Carl_F_G.s provozierender Überschrift finden sich viele stichhaltige Beobachtungen und Argumente. Dass er gleich tief rot eingefärbt wurde, zeigt die ideologische Belastung von einigen Forenten.

Die Gründe für das Bauernsterben sind vielfältig und die CSU, die in Bayern immer die heimatverbundene und katholische Karte spielte, war tatsächlich immer eine Partei des Geldes und der Konzerne. Und wenn heute für über 60 Milliarden landwirtschaftliche Produkte nach Deutschland eingeführt werden (als Folge kolonialer Verwerfungen) und die heimische Landwirtschaft zum "Veredler" pflanzlicher Rohstoffe in Fleisch geworden ist, was sie tatsächlich zum güllespeienden Arsch der Welt macht, dann ist das alles in München, Berlin und Brüssel zu verantworten. Pampern des Landmaschinenbaus, der Giftkocher und des Aufblasens einer Bürokratie, die jeden Furz der kleinen Bauern regelt und überwacht, runden das Bild noch lange nicht ab.

Doch bevor ichs vergesse noch zwei Anmerkungen zum im Artikel angesprochenen eher nebensächlichen Themen, die ich mit eigenen Erfahrungen bereichern kann
.
1. Nicht bewirtschaftete Uferstreifen an den Gewässern.
Klingt gut, ist aber in der Praxis nur eine Förderung der bereits bestehenden Biberseuche, von denen sich Stadtmenschen kein Bild machen. Die Riesenwasserratten haben in vielen Regionen Bayern längst alle Weiden, Espen und anderen Laubgehölze vernichtet, die früher im Frühjahr als Pollenweide für die Bienen und Insekten eine wichtige Rolle spielten. Doch es sind nicht nur der Biber Nagezähne, die alles fressen, was Rinde hat, ein noch größerer Schaden entsteht durch seine gewaltigen Höhlen und Gänge, die er gräbt und alles Erdreich in die Gewässer scharrt. Aber er ist doch so putzig! Klar, für Stadtleute, die nichts mit dem Biber zu tun haben, gewiss. Ich schlage dagegen eine Rückkehr zu den katholischen Fastenspeisen vor, wo der Klerus den Biber ja zum Fisch erklärt hatte, damit die Frommen auch am Freitag Biberwurst essen konnten...

2. Anbindehaltung/ Laufstall
Aus meiner Sicht wäre ein Weidegang der Tiere optimaler. Das Anbinden ist dann keine Quälerei, denn die Kühe verbringen sowieso den halben Tag im Liegen mit Wiederkauen. Laufställe können keinen Weidegang ersetzen, nicht im Geringsten. Aus tierschützerischer Sicht bräuchten dann die Rinder nicht enthornt werden, was aus Sicherheitsgründen zum Laufstall gehört wie das Amen zur Kirche. Wer hier Zweifel hat, sollte einmal das Enthornen der Kälber beobachten, das meist nicht mit einem einzigen Ausbrennen der Hornwurzel getan ist.

Mein Fazit: Manches ist halt vielschichtiger als es den ersten Anschein hat. Und wer nicht die weitere Flächenversiegelung bremst, den Flugverkehr, den überbordenden Transitverkehr, die Entfremdung der Zeitgenossen von der Natur und den irren Sauberkeits- und Ordnungswahn in den Vorgärten, der betreibt mit seinen ansonsten zu lobenden Iniativen zur Artenvielfalt nur Augenwischerei.

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