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  • Nützy

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Re: Du hast den Punkt nicht verstanden!

kulinux schrieb am 27.04.2020 10:28:

Ja, mir auch. Es kotzt mich nur immer regelmäßig an, wenn er ausgerechnet von einer der tumbestens Religionen für sich vereinnahmt wird ;-)

Ich sehe das Christentum nicht unbedingt als die tumbeste Religion. Okay, die Protestanten, insbesondere die Calvinisten, haben da schon gewisse Makel.
Andererseits hat meines Wissens grade Luthter den Gesang in der Kirche unheimlich gefördert. Deswegen waren Kirchenlieder am Anfang eher was Lutheranisches.

Die Engländer, da ganz calvinisten, haben wohl wirklich Psalmen aus den alten Tastement gesungen (Prayers Book).

Das Christentum an sich scheint mir durchaus schöpferisch gewesen zu sein.

Außerdem könnte man ja aus der Bibel auch ableiten, dass man erst einen freien Tag einlegen darf, wenn die Arbeit "fertig" ist … und das könnte in vielen Fällen schon ganz schön dauern … ;-)

Das kannst du machen. Dazu begibst du dich aber gewissermaßen auf eine andere Ebene.
Wir streiten hier ja, ob das Christentum eine kulturelle Bedeutung hat und dabei spielt eine mögliche Interpretation keine Rolle.

Real haben die Leute das so interpretiert.

Ein Beispiel, mit dem man alle "Wasserzeichengläubigen" in der Philologie gut ärgern kann ;-)

Interessant.

2. Dir ist aber schon klar, dass er jede Menge religiöse Lieder schrieb.

Ähm … vielleicht, weil er Thomas-KANTOR war? An der Thomas-KIRCHE?
Und auch in seinen früheren Ämtern war das Schreiben von kirchlicher Musik i.d.R. sein Hauptbroterwerb. Andere gab es ja auch kaum in der Zeit. Schon gar nicht, wenn man nicht einen Musikstil vertrat, der für die Zeitgenossen "etwas" angestaubt wirkte. Telemann, DER Starkomponist der Zeit, war moderner und konnte deshalb von Musik leben, die er für (u.a.) das Hamburger Bürgertum schrieb.

Nunja. Es mag mein Vorurteil sein, aber wenn ich mir einige Gesänge von Bach so anhöre, dann erscheint mir in den Texten ja sogar richtige Theologie vermittelt zu werden. Deswegen war ich davon ausgegangen, dass er zumindest bis zu einem gewisse Grade gläubig war.
Das mag ein Kurzschluss sein, möglicherweise war der Text nicht von ihn und hat ihn nichts bedeutet, ja.

Dennoch empfinde ich das als zutiefst überraschend.

Gegen die Bedeutung des Christentums spricht das übrigens meines Erachtens nicht. Das Christentum hat im Fall von Bach auf jeden Fall Kultur gefördert. Das sagt natürlich über Richtigkeit und Falschheit nix aus.
Ein Osterhasen-Kult hat aber das nicht.

Es gibt wirklich noch soooo viel spannende, schöne Musik … und das Leben ist so verdammt kurz :-/

;-)

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