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  • Nützy

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Re: Du hast den Punkt nicht verstanden!

kulinux schrieb am 28.04.2020 17:19:

Da zitiere ich immer gern Nietzsche:
«"Credo quia absurdum est" (Augustin) – DAS ist die wahre Sünde wider den Heiligen Geist!»

Guter Punkt.

… und im Gegensatz zu den doch recht spitzfindigen Katholiken (also einigen, besonders aus der Scholastik, die schon sprachphilosophische Themen diskutiert haben, auf die die Nicht-Theologen erst 600 später gekommen sind…) sind die Evange(lika)len, besonders die Lutheraner da doch absichtlich sehr oft SEHR "arm an Geist" …

Ich fürchte, damit hast du nicht mal unbedingt unrecht. Grade Luther wird ja in Bezug auf das Kopernikanische Weltbild sehr eindeutig zitiert.

Es kann keinen ("lieben") Gott geben, denn das Geheule kann kein vernünftiges Wesen auf Dauer ertragen – oder er ist taub, was erklären würde, warum seine Gebete nicht erhört werden ;-)

:-D
Kom schon, so schlecht sind die Lieder nun auch nicht.

fußt weitestgehend auf Liedern und Gesängen, die in der Antike populär waren, so dass man sie in der Gemeinde singen konnte, weil alle die Melodie kannten. Auf die hat man dann aber seine eigenen Texte drauf gelegt.

Kommt mir bekannt vor. Populäre Musik als Unterlage für Lieder...

(Ein ähnliches Phänomen gibt es in Asien: Da sollen einige Melodien in der japanischen Hofmusik Gagaku – die auf Musik aus der Tang-Zeit zurück geht – eigentlich noch weiter auf buddhistische Gesänge zurück gehen, die in Indien in derselben Weise einfach "Volkslieder" übernommen hatten. D.h., die Gagaku-Musik ist sozusagen gut 2500 Jahre alte Musik in Zeitlupe ;-)

Wieder was gelernt. Ich hätte grade China und Japan für so anders von der Sprache her eingestuft, dass sie die alten indischen Gesänge eben nicht übernehmen können!

Also mir erscheint es eher so, als sei die Kreativität zumeist als "frivol" etc. unterdrückt (s. Bilderstreit), aber gelegentlich dann doch instrumentalisiert worden. In allen Künsten, nicht nur der Musik.

Das sehe ich grade nicht.

Im Gegensatz zur östlichen Tradition (dort teils im Christentum auch) hat der lateinische Westen immer auch auf Bilder gesetzt.
Und die christliche Kunst würde ich nicht vollständig verdammen wollen. Egal, was man von der Aussage her auch halten mag.

Das Problem scheint mir zu sein, je näher man der Gegenwart kommt: Die Kunst ist entweder nicht explizit christlich oder sie ist nicht mehr besonders gut. Es gibt zwar Weihnachtsfilme mit mehr oder weniger christlicher Botschaft, genauso wie Filme, die man entfernt als eine Art Allegorie auffassen kann ("Der Tag an dem die Erde stillstand"?), aber die sind eben nicht explizit christlich.

Für die Christen galt eigentlich nur: "mitgefangen, mitgehangen" … aber das wollen sie heute natürlich nicht mehr wahrhaben.

Das höre ich jetzt so das erste Mal. Da ist mein Detailwissen aber nicht groß genug.
Meines Wissens war das Judentum eine mehr oder weniger geduldete Religion, während das Christentum explizit unerwünscht war.

S. "Der gefälschte Glaube" von Karlheinz Deschner für eine "erschlagende" Übersicht.

Deschner ist meines Erachtens mit Vorsicht zu genießen. Er sollte jedenfalls nicht die einzige Quelle sein.
Man kann viele wahre Aussagen machen und trotzdem kein korrektes Bild zeichnen, wenn man den Kontext weglässt.

Das soll keine Verteidigung des Christentums sein, aber Verfolgung von Zauberei hat es meines Wissens z. B. schon im Altertum gegeben.

Dass man vieles im Christentum auf ältere Wurzeln zurückführen kann, nun, das muss kein Schaden sein, oder?
Ich meine, wieso sollte das was schlechtes sein?

Das sicher, unbestritten, aber ihn zum "Fünften Evangelisten" zu erheben, widerspricht einfach allen historischen Belegen.

Gut, du weißt über Bach offenbar mehr als ich.

Seit der Antike (Bibliotheken, Tempel, Kunst, Architektur, Literatur, Wissenschaft…) bis in die Neuzeit, in der ja immer mal wieder Zerstörungs- und Verbotsorgien von der Kirche ausgingen.

Das mit dem Bücherverlust der Spätantike allein auf die Kirchen abzuschieben, das scheint mir ein bisschen zu viel des Guten. Da wird der Niedergang des römischen Reiches mit eine Rolle gespielt haben. Zusammenbruch der Wirtschaft, Barbareneinfälle, schlicht "Dekadenz" (die Leute haben ihre eigenen Kunstwerke und Literatur im allgemeinen Sinn nicht mehr gepflegt) usw.usf.
Aber das Christentum mag da einen Anteil gehabt haben, schon klar.

[...]m (insbesondere die katholische) Kirche als "größte kriminelle Organisation der Menschheitsgeschichte" zu bezeichnen und damit vor Gericht Recht zu bekommen, wie es Deschner geschafft hat.

Das ist kein Beleg!

Vor Gericht wird wahrscheinlich nur entschieden, dass die Aussage erlaubt ist, weil sie nicht den Öffentlichen Frieden gefährdet, im Rahmen der Meinungsfreiheit (Kunst-, Religion- und Forschungsfreiheit sind ja eigentlich das selbe) gesagt wurde und allgemein keine Beleidigung ist. Ein Sieg für die Meinungsfreiheit ist aber keine offizielle Anerkennung, dass eine bestimmte Aussage wahr ist. Im Gegenteil, der Staat ist in solchen Sachen überwiegend neutral.

Ein Osterhasen-Kult hat aber das nicht.

aber nahezu jede andere Religion, insbesondere die, die von den Christen zerstört wurden (inkl. der eigenen Glaubensbrüder – s. "Kreuzzug" nach Konstantinopel).

Religionen prägen ganze Gesellschaften. Das will ich nicht bestreiten.

… so, ich glaub, ich muss zur "Beruhigung" und Versöhnung mit der Welt gleich mal wieder etwas Josquin oder Ockeghem hören ;-)

Sagt mir nun nix.

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