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  • Nützy

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Re: Wenn die Frage ernst gemeint ist...

moggi torrez schrieb am 27.04.2020 01:16:

> Es ist deren Darstellung. Ich kann das nachempfinden und den Sinn
> verstehen.
> Satt trinken kann ich mich daran nicht.

Das tut mir leid für dich.
Ich versuche grade, mich in deinen Zustand hineinzuversetzten, muss aber zugeben, dass es mir nicht recht gelingen will.

> Vielleicht bin ich einfach unbegabt in der Hinsicht, siehe
> Not Element Of weiter
> unten.

Vielleicht sind meine skeptischen neurologischen Muster einfach zu stark ausgeprägt, aber irgendwie habe ich so meine Zweifel an dieser Darstellung.
Das fängt sich damit an, dass ich nicht verstehe, was hier mit "magischen Denken" überhaupt gemeint ist, wenn es in den Zusammenhang mit der Sinnfrage gestellt wird.
Die Sinnfrage, den Gedanken kann ich verstehe, impliziert in gewisser Weise einen Gott. Wenn wir nämlich davon ausgehen, dass mit "Sinn" die Absicht des Urhebers gemeint war und nicht so ein ebenfalls problematisches Konzept wie eine "Zweckursache".

Ich verstand unter magischen Denken bisher eher so etwas wie Aberglaube oder die Furcht, der Gedanke an etwas könnte dies irgendwie realistischer oder wahrscheinlicher machen. Da sehe ich keinen direkten Zusammenhang zur Sinnfrage.
Und für die Erklärung dieses magischen Denkens braucht man meines Erachtens weder eine metaphysische Sehnsucht des Menschen anzunehmen, noch eine gewisse neurologische Disposition. Dazu reichen einfach die Ergebnisse einiger Konditionierungsexperimente.
Genauso wie Pawlows Hunde sabbern, sind "abergläubische" Menschen eben konditioniert, dass bestimmte Verhaltensmuster bestimmte Resultate haben. Natürlich ist das im Einzelnen wesentlich komplexer, weil es ein indirekt erlerntes Verhalten sein dürfte usw.usf.

Wie dem auch sei: Auch diese Erklärung ist unter Irrtumsvorbehalt. Wie wir wissen, steckt die gesamte Psychologie - jede Schule - in der Reproduktionskrise, ihre Ergebisse lassen sich experimentell nicht so schön wiederholen wie in den Naturwissenschaften. Und was die Neurologie angeht... Man hat Gehirnströme in toten Lachsen nachgewiesen. ;-)
Also: Nicht alles, was als "wissenschaftliche Erkenntnis" verkauft wird, ist es auch, und selbst wenn gilt der Irrtumsvorbehalt.

> Woher aber dann die Sehnsucht?

Ich denke, der Wunsch zu Wissen, was "die Welt im Innersten zusammenhält", ist einfach eine natürliche Neugier. Vielleicht ist es das? Die Naturwissenschaften können keine endgültigen Antworten liefern, wegen des Irrtumsvorbehaltes, aber du willst quasi trotzdem "alles sehen"?

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