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  • freudhammer

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Zum Finden der neuen Nazis braucht man nicht einmal eine Lupe

Vor nicht allzu langer Zeit hat man für das Herumstochern in der braunen Vergangenheit noch einigen Mut gebraucht, es wäre alles andere als Karriere-fördernd gewesen. Heute ist es ein wenig anders, doch wer zu tief gräbt, wird noch immer ausgebremst, vor allem, wenn die braunen Spuren, wie im vorliegenden Fall, nach England oder Amerika führen. Nur – wer heute pauschal gegen „Rechts“ schreibt und spricht, der findet schnell jede Art von Förderung und Anerkennung ist ihm gewiss.
Ich gehöre zu denen, die nie „Rechts“ waren und habe über die Jahrzehnte ein feines Gespür für jeglichen Antidemokratismus und Menschenverachtung entwickelt. Dass ich das meine anführen zu müssen, sagt viel über den Zustand der heutigen Gesellschaft aus. Doch nicht nur mir geht es so, bevor heute die humansten Zeitgenossen den Mund aufmachen, meinen sie betonen zu müssen, kein Nazi oder kein Rassist zu sein. Was ist da geschehen? Gleichzeitig tun echte Faschisten oder Artverwandte so, als seien sie in irgendeiner Weise „Links“. Doch wenn sie wirklich „Links“ oder auf irgendeine Weise dem Humanismus und dem demokratischen Gedanken verpflichtet wären, dann würden sie sich nicht wie Stalinisten oder katholische Inquisitoren aufführen. Sie definieren sich als „antideutsch“ oder als Antifaschisten und suchen den Feind dort, wo man ihn ihnen per Gehirnwäsche zeigt: Beim der deutschen Bevölkerung zwischen 1933 und 45, also denen, die sich in ihrer weit überwiegenden Mehrzahl die Nazis nicht ausgesucht haben, sondern durch sie ihrer demokratischen Rechte beraubt und gezwungen wurden ihrer Kriegsdienstpflicht nachzukommen, also ihr Leben für die Interessen der internationalen Konzerne und Banken zu geben, denn die waren die Financiers und Regiseure Hitlers. Wer sich weigerte, wurde erschossen, von 30 000 Toten ist die Rede. Und dennoch verspotten diese Narren den Massenmord an deutschen Zivilisten durch Briten und Amis und zeigen ihre Entmenschlichung durch Sprüche, die den Völkermord verherrlichen, wie: „Sauerkraut, Kartoffelbrei, Bomber Harris Feuer frei“, „Bomber Harris do it again“ oder “Tagestemperaturen in Dresden im Februar 45: 900 Grad “ (mit Lachsmily).

Man stelle sich vor - Dirk Pohlman, weist in einem Vortrag darauf hin (https://www.youtube.com/watch?v=zPJn_DhmknI&t=201s) - jemand würde so geschmacklos über Auschwitz witzeln, unvorstellbar! Doch nicht solche menschenverachtende Hassreden werden heute von Linken, Schwarzen und Grünen angeprangert, sondern alles soll verboten und verfolgt werden, wer gegen diese „Pseudo-Linken“ oder gegen die Regierung, die EU, die Zionisten und die Nato den Mund aufmacht, einfach weil ihm der Kragen platzt. Mit dem Netzzensurgesetz soll jede kritische Meinungsäußerung verfolgt werden, die IP-Adressen ermittelt und die Kritiker bestraft werden. Bei „Tichys Einblicke“ kann man dazu mehr erfahren. (https://www.youtube.com/watch?v=SEHxDNFVU88)
Jedem sollte eigentlich klar werden, dass sich Faschisten nicht nur irgendwo ganz Rechts verkrochen haben, sondern Faschisten heute wieder am Regiepult sitzen. Dieses auch zu dokumentieren und anzuprangern, ist dringend geboten, wenn wir die bürgerliche Demokratie erhalten und durch plesbiszitäre Elemente demokratischer machen wollen. Vermutlich werden jene, die sich dem annehmen, nicht nur Probleme haben einen Vortragssaal zu finden.

freudhammer.de

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (01.03.2020 19:02).

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