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  • Ralf Wenzel

mehr als 1000 Beiträge seit 05.10.2000

Die Märchen über "böse" Berufe

Manchmal kriegt man Hilfe von Leuten, bei denen man überhaupt nicht
damit rechnet. 

Wenn man offen mit Finanzbeamten redet und um Hilfe ersucht, kann man
oft eine Menge erreichen, hier spreche ich aus Erfahrung. Man darf
ruhig sagen, dass man den ganzen Steuerscheiß (so hab ich mich
ausgedrückt) nicht versteht und auch nicht verstehen will - oft
finden Finanzbeamte Steuergesetze genauso bescheuert wie "normale
Bürger" und sie wissen, dass auch sie einiges nicht verstehen, weil
es einfach zu kompliziert ist.

Von meiner Frau, die als Anwältin leider viel mit Privatinsolvenzen
zu tun hat, weiß ich, dass auch Gerichtsvollzieher in aller Regel
nicht einfach irgendwelche Abzocker im Dienste von Gleichen sind,
sondern Menschen mit Herz und Verstand, die sich sehr oft in die
Situation der Verschuldeten hineinversetzen können und mit sehr viel
Augenmaß arbeiten.

Ähnliches bei der Polizei: Menschen mit Herz und Verstand, die
durchaus auch für unkonventionelle Maßnahmen offen sind. Mein
Großvater war selbst Polizist und hat mir schon im jungen Alter
eingetrichtert: Wenn du mal gar nicht mehr weiter weißt, geh zur
Polizei. Die überlegen sich was. Als ich es brauchte, hat sich genau
das als richtig herausgestellt.

Oder bei der Fahrkartenkontrolle: Wenn man die nicht anblafft oder
anlügt, sondern ihnen einfach sagt, dass man als Ortsunkundiger
vergessen hat, abzustempeln (z. B. weil es man aus HH ist, wo es das
nicht gibt).

Nur eines ist sicher und verständlich: Wenn solche Leute sich
verarscht fühlen, senkt der Toleranzbereich sich enorm.

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