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Europol: Die Mafia besetzt das "Europäische Haus"

Kommentar von mir: Gut das wir unsere Deutschen Politiker haben,
welche direkt die Verbrecher einschleusen, mit ihnen Kriege führen
und sich Sex Sklaven bei der Mafia bestellen.

Die Mafia besetzt das "Europäische Haus"
Organisierte Kriminalität in Westeuropa

Jürgen Storbeck
Leiter des Aufbaustabes EUROPOL

Die Kriminalitätszahlen der EG-Staaten weisen in den letzten Jahren
starke Zuwachsraten auf. Das gilt insbesondere für Straftaten, die
dem organisierten Verbrechen zugerechnet werden. Organisierte
Kriminalität ist jedoch statistisch schwer oder fast gar nicht zu
erfassen. Verläßliche Zahlen liegen aus kaum einem unserer
Partnerstaaten vor, und auch aus der deutschen Kriminalitätsstatistik
läßt sich nur in Ansätzen Organisierte Kriminalität erkennen.

Organisierte Kriminalität scheint weniger noch als ein Eisberg, bei
dem nur ein Siebtel der Masse aus dem Wasser ragt, seine Ausdehnung,
seine Aktivitäten und seine Bedeutung erkennen zu lassen.
Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden in Westeuropa sehen sich
bei der Bewertung von Organisierter Kriminalität mit der
Schwierigkeit konfrontiert, daß die bislang übliche Trennung zwischen
dieser Kriminalitätsform und Allgemein- oder Massenkriminalität heute
praktisch nicht mehr möglich ist. Organisierte Straftäter haben weite
Bereiche der Massenkriminalität in ihr Straftatenrepertoire
übernommen.

Erschwerend wirkt sich aus, daß das Phänomen Organisierte
Kriminalität auch begrifflich nicht leicht zu fassen ist. In
einzelnen westeuropäischen Staaten liegen praktikable, aber
unterschiedliche Arbeitsdefinitionen vor; eine Legaldefinition, die
also auch Bestandteil von Gesetzestexten sein könnte, steht jedoch
national und international weiterhin aus.

Bei Organisierter Kriminalität handelt es sich weitgehend um
"Kontrollkriminalität“, d.h. Erkennen und Registrieren hängen ab vom
Ausmaß und der Intensität der Ermittlungen der
Strafverfolgungsbehörden. Erkenntnisse über Organisierte Kriminalität
sind zumeist solche aus Ermittlungsverfahren, als auch aus dem
Hellfeld. Aussagen zum vermutlich großen Dunkelfeld sind nicht
möglich. Dies schränkt die Möglichkeit einer ausführlichen und
exakten Bewertung ein. Unsichtbarkeit, Unzulänglichkeiten in der
Informationsbeschaffung und -bewertung, Probleme bei der Abgrenzung
zwischen Legalität und Illegalität und fehlende Meßinstrumentarien
für das Ausmaß der Bedrohung haben die Organisierte Kriminalität
bislang einer europaweiten, umfassenden Analyse und Beschreibung
entzogen.

Am meisten scheinen wir über die Mafia zu wissen aufgrund der in den
letzten Jahren doch recht intensiven Untersuchungen durch Politik,
Polizei und Strafverfolgungsbehörden, Wissenschaft und Journalismus.
Organisierte Kriminalität in Europa ist jedoch nicht gleichzusetzen
mit der italienischen Mafia. Allein schon die italienische
Organisierte Kriminalität umfaßt verschiedene Mafia-Gruppierungen wie
die neapolitanische Camorra, die kalabrische N’drangheta und die
Sacra Corona Unita, die alle inzwischen nicht mehr nur lokal oder
regional, sondern sogar über Italien hinaus in vielen Staaten Europas
tätig sind. Schließlich wird der Begriff Mafia als Synonym sowohl für
internationale als auch für national Organisierte Kriminalität
verwendet. Wir sprechen von der Russenmafia, der Polenmafia, aber
auch von der Baumafia und der Müllmafia. Deshalb wähle ich für meine
Ausführungen einen bewußt weiten Ansatz.

Das Thema Organisierte Kriminalität löste in der Vergangenheit und
löst auch heute noch national und international kontroverse
Diskussionen aus. Da der Großteil der Aktivitäten der organisierten
Straftäter im Verborgenen bleibt, wird das volle Ausmaß der
politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedrohung durch
sie erst langsam und von Staat zu Staat unterschiedlich klar erkannt.
Doch das, was aus der Polizei- und Justizpraxis sowie den Aussagen
von Fachleuten aus anderen gesellschaftlichen Bereichen in Europa
bekannt wird, zeigt uns, daß die Bekämpfung der Organisierten
Kriminalität in den 90er Jahren einen Schwerpunkt der Arbeit von
Polizei und Justiz bilden wird.

Ausgangspunkt für jede Art der Auseinandersetzung mit Organisierter
Kriminalität und ihren Begleiterscheinungen ist eine umfassende
Beurteilung der Lage. Dabei ist neben der Beschäftigung mit den
Erscheinungsformen der Organisierten Kriminalität selbst auch eine
ausgiebige Betrachtung der Umstände notwendig, unter denen
Organisierte Kriminalität gedeihen und sich entwickeln kann. Da sich
diese Kriminalitätsform nach außen hin nicht eindeutig manifestiert,
hängt die Einschätzung ihrer Gefährlichkeit aber auch häufig von der
"ideologischen Brille“ ab, durch die man Sachverhalte betrachtet, so
daß als Folge davon die Einsicht in die Notwendigkeit von
Gegenmaßnahmen unter Umständen nur schwer zu bewirken ist. So
erklären offizielle französische Stellen z.B. immer noch, daß es in
Frankreich zwar einzelne kriminelle Banden gäbe, daß aber
organisiertes Verbrechen nach dem Vorbild der italienischen Mafia
nicht existiere. Allenfalls werde die Côte d’Azur oder die Gegend von
Grenoble von der Mafia als Ruheraum oder als Gebiet zur Anlage von
Geldern genutzt. Dem widersprechen jedoch italienische Experten oder
der Mafia-Kronzeuge Bucchetta, der mir vor zwei Jahren in einer
Anhörung in Atlanta persönlich erklärte, daß Deutschland und andere
westeuropäische Staaten wie auch Frankreich schon vor 20 Jahren als
Expansionsraum für die Mafia vorgesehen waren. Bucchetta sagte sogar
ausdrücklich, daß dort, wo es in den Staaten Europas oder in Übersee
sizilianische Familien, Geschäfte, Pizzerien und Restaurants gebe,
stets auch die Mafia präsent sei.

Während einzelne EG-Staaten also immer noch das Vorhandensein von
Organisierter Kriminalität verneinen, können andere Staaten wie
Italien, die Niederlande und Deutschland aufgrund von z.T.
mehrjährigen Untersuchungen das Vorhandensein von Organisierter
Kriminalität in ihren Staaten mehr oder weniger eindeutig belegen
oder sogar seine Strukturen beschreiben. Die italienischen Behörden
machen daher recht genaue Aussagen über Mafia, N’drangheta, Camorra,
Sacra Corona Unita sowie über organisiertes Verbrechen, das von
türkischen Staatsangehörigen oder von Kosovo-Albanern kontrolliert
wird...


http://www.lpb.bwue.de/publikat/eumafia/euhaus.htm
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